Ein veganer Lecker-Schmecker von der MV zum Nachbacken

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Das Motto des DPV3000 auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in der Eifel war eine rundum vegane Ernährung. In Zusammenarbeit mit dem Bund Europäischer Pfadfinder wurde dieses ideenreich umgesetzt. Für Viele waren die veganen Gerichte nicht nur eine Neuheit, sondern kamen auch sehr gut an. Deshalb hier ein Rezept von einem der Highlights am Samstagabend zum selber Nachbacken.

Veganer Apple Crumble

Zutaten

  • 600 g Äpfel
  • 3 EL Zitronensaft
  • 2 TL Zimt
  • 120 g vegane Margarine
  • 80 g brauner Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 180 g Mehl
  • 1 Packung Vanillezucker
  • 50 g Haferflocken

Für die Zubereitung des veganen Apple Crumbles solltest du etwa 20 Minuten Vorbereitungszeit einplanen. Anschließend musst du ihn eine halbe Stunde im Ofen backen lassen.

1. Heize den Backofen auf 180 Grad vor. Tipp: Wenn du Energiesparen möchtest, kannst du auf das Vorheizen auch verzichten. Lass den Kuchen dann gegebenenfalls einfach einige Minuten länger im Ofen.
2. Wasche, schäle und entkerne die Äpfel.
3. Schneide die geschälten Äpfel in Spalten.
4. Fette die Auflaufform mit etwas Margarine ein.
5. Verteile die Äpfel gleichmäßig in der Auflaufform.
6. Gib den Zitronensaft und den Zimt über die Äpfel.
7. Gib die Margarine zusammen mit dem Zucker, Salz, Mehl, Vanillezucker und
den Haferflocken in eine Rührschüssel.
8. Verarbeite die Zutaten mit einem Handrührgerät zu Streuseln.
9. Gib die Streusel über die Apfelspalten.
10. Backe den Apple Crumble etwa 30 Minuten bei 180 Grad im Backofen, bis er
goldbraun geworden ist. Lasse ihn anschließend kurz abkühlen, bis du ihn servierst.

Vegane Vanillesauce

Die Zubereitung dauert ca.10 Minuten.

Zutaten für 200 ml

  • 1/2 Vanilleschote
  • 200 ml Sojamilch
  • 2 TL Speisestärke
  • 1 Msp Kurkumapulver

Anleitung

1. Vanilleschote auskratzen und zusammen mit der Hülse und der Pflanzenmilch aufkochen.
2. Speisestärke mit 3 TL kaltem Wasser anrühren und in die kochende Pflanzenmilch einrühren. Eine Minute auf mittlerer Hitze weiterköcheln lassen, anschließend den Herd ausschalten. Kurkuma untterühren.
3. Nach belieben mit Rohrohrzucker oder Ahornsirup süßen.

Guten Appetit 🙂

DPV – alle dabei

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DPV – alle dabei?
„Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.“ – So lautet das 5. von 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (auch SDG: engl. Sustainable Development Goals) die sich die Vereinten Nationen bis 2030 gesetzt haben.
Geschlechtergleichheit bedeutet: Frauen und Männer werden gleichbehandelt. Sie sind gleichberechtigt und haben in allen Lebensbereichen die gleichen Chancen. 2015 wurden die SDGs verabschiedet: Was hat sich seitdem getan in der Welt? Haben wir Geschlechtergleichheit bereits erreicht?
Auf der ganzen Welt sind Frauen und Männer nicht gleichberechtigt. Es gibt sogar Länder, in denen gibt es nicht einmal Gesetze, die Frauen vor Diskriminierung und Gewalt schützen. Das ist in Deutschland anders. Hier sind Frauen und Männer vor dem Gesetz gleichgestellt. Und trotzdem erfahren Mädchen und Frauen auch in Deutschland jeden Tag Diskriminierung. Frauen verdienten 2019 in ihrem Beruf durchschnittlich 19% weniger in einer Stunde als Männer (1). Als Frau hast du deutlich schlechtere Karriere-Chancen als deine männlichen Kollegen (2). Doch es hört nicht auf dem Arbeitsmarkt auf. Frauen sind häufiger von Gewalt betroffen als Männer. Jede dritte Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt. 25% der Frauen sind von häuslicher Gewalt betroffen (3). Das sind keine Zahlen, die für Geschlechtergleichheit sprechen.
Wir leben in einer Gesellschaft, die systematisch eine Hälfte der Bevölkerung ignoriert. Wusstet ihr, dass Frauen deutlich häufiger bei Autounfällen sterben als Männer? Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen bei einem Autounfall schwer verletzt werden, ist 47% höher als bei Männern. Woran das liegt? Autos werden für Durchschnittsmenschen mit männlichen Maßen gebaut. Bei Crash-Tests werden männliche Dummys verwendet. Wenn weibliche Dummys zum Einsatz kommen, dann lediglich für Versuche auf dem Beifahrer*innen-Sitz und das auch nur in 20% der Fälle (4). Ähnlich ist es bei Medikamenten: Medikamente werden fast immer an männlichen Versuchspersonen getestet. Der weibliche Körper sei „zu kompliziert“, zu „hormongeladen“ für Studien. Das führt dazu, dass zum Beispiel Medikamente falsch dosiert werden oder Herzinfarkte nicht erkannt werden.4 Und das kann in schlimmen Fällen tödlich enden.
Obwohl Frauen die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, sind sie in unserer Gesellschaft häufig unsichtbar. Dazu gehört auch unsere Sprache. Meistens wird ausschließlich die männliche Form verwendet, das sogenannte generische Maskulinum. Frauen sind ‚mitgemeint‘. Aber auch wenn Frauen vielleicht mitgemeint sind: Sie werden dadurch nicht automatisch mitgedacht. Es gibt eine psychologische Studie, in der genau dieser Effekt untersucht wurde (5). In der Studie wurden 46 Frauen und 50 Männer untersucht. Ihnen wurde gesagt, dass es um eine Untersuchung zu Unterschieden zwischen Studierenden und Nicht-Studierenden geht. Sie sollten Fragen zu ihren persönlichen Vorlieben und Meinungen beantworten. In sechs Fragen ging es dabei um ihre Lieblings-Romanheld*innen, ihre Held*innen in der Wirklichkeit, ihre Lieblingsmaler*innen, -musiker*innen und -sportler*innen. Um zu untersuchen, ob die Teilnehmenden unterschiedlich antworten, je nachdem welche Geschlechtsform verwendet wird, wurden die Teilnehmenden in drei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe erhielt einen Fragebogen, indem alle Fragen im generischen Maskulinum formuliert waren (z.B. „Was ist ihr liebster Romanheld?“). Eine Gruppe erhielt einen Fragebogen, indem alle Fragen geschlechtsneutral formuliert waren (z.B. „Was ist ihre liebste heldenhafte Romanfigur?“). Und eine Gruppe erhielt einen Fragebogen, indem beide Geschlechter genannt wurden (z.B. „Was ist Ihr liebster Romanheld, Ihre liebste Romanheldin?“). In den Gruppen, die entweder geschlechtsneutrale Formulierungen erhielten oder beide Geschlechter genannt wurden, nannten die Teilnehmenden deutlich häufiger weibliche Heldinnen als in der Gruppe des generischen Maskulinums. Das bedeutet: Menschen, die in einem Text nur die männliche Form lesen, denken nicht automatisch daran, dass auch Frauen gemeint sind. Erst wenn durch die Sprache deutlich gemacht wird, dass alle Geschlechter gemeint sind, denken wir auch an alle Geschlechter. Und solange wir weiterhin nur die männliche Form in unserer Sprache verwenden, bleiben Frauen unsichtbar und eben nicht gleichbehandelt.
Um Geschlechtergleichheit zu erreichen, kommen wir also nicht an unserer Sprache vorbei. Denn Sprache macht Gesellschaft. Es ist an uns zu überlegen, in welcher Gesellschaft wir leben möchten: in einer Gesellschaft, in der alle sichtbar sind, oder in einer Gesellschaft, die Menschen mit meint? Genannt zu werden ist in meinen Augen nicht nur eine Formalität, sondern hat auch etwas mit Respekt und Anerkennung zu tun. Wenn Frauen und Mädchen nicht einmal einen Platz in unserer Sprache haben, wie können sie dann einen in der Gesellschaft haben? Warum haben Frauen und Mädchen nicht den gleichen Respekt verdient wie Männer und Jungen? Den Respekt genannt zu werden und sichtbar zu sein.
Allein geschlechtergerechte Sprache löst aber bei weitem nicht alle Probleme. Frauen werden nicht weniger misshandelt, weil wir in Zukunft von Ärzt*innen oder Tischler*innen sprechen. Frauen werden nicht häufiger befördert, weil die Stelle nun Geschäftsführer*in genannt wird. Aber Frauen werden dadurch stärker gesehen. Und das ist ein erster wichtiger Schritt zu Geschlechtergleichheit.
Die Frage des Genderns führt mich auch immer wieder zu uns Pfadfinder*innen zurück. Welche Gesellschaft möchten wir mitgestalten? Für welchen Weg entscheiden wir uns? Wir wollen unsere Mitglieder zu selbstbestimmten Bürger*innen erziehen. In unserer Arbeit wollen wir alle Geschlechter berücksichtigen. Warum machen wir das nicht in unserer Sprache? Ist es nicht an der Zeit darüber ins Gespräch zu kommen und umzudenken? Wie können wir sagen, dass wir uns für alle Kinder und Jugendlichen einsetzen wollen, wenn auch wir die Hälfte unserer Mitglieder in unserer Sprache ignorieren? Es ist nicht leicht, altbewährtes zu verändern. Der Mensch ist nicht umsonst ein Gewohnheitstier. Aber ich glaube, es ist schon lange überfällig unsere Gewohnheiten einmal ordentlich aufzurütteln und uns zu überlegen, wofür wir als Pfadfinder*innen stehen möchten.

von Sarah Wüllner
mit Grüßen vom AK Wendehammer

1 Pressemitteilung Nr. 484 des Statistischen Bundesamts vom 08.12.2020: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/12/PD20_484_621.html.
2 Statistisches Bundesamt. https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-1/frauen-fuehrungspositionen.html. entnommen am 19.12.2020.
3 Bundeskriminalamt (2020). Kriminalstatistische Auswertung – Berichtsjahr 2019.
4 Caroline Criado-Perez (2020). Unsichtbare Frauen – Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert. btb – Verlag.
5 Stahlberg, D., Sczesny, S., and Braun, F. (2001). Name Your Favourite Musician:Effects of Masculine Generics and of their Alternatives in German. Journal of Language and Social Psychology, 20, 464 – 469.

stadt&spiel

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Was ist das stadt&spiel?

Eine Stammesaktion in ganz Deutschland!

BdP- und DPV- Stämme treffen sich und spielen gemeinsam am Samstag ein großes Stadtgeländespiel in verschiedenen Städten in Deutschland.
Das Wochenende dient der Vernetzung von zwei wunderbaren, interkonfessionellen Verbänden.

Mehr erfährst Du auch auf der Informationsseite “www.bdp-dpv.de”.

Wann findet das stadt&spiel statt?

Freitag 17. bis Sonntag 19. September 2021

Wer kann mitmachen?

Jeder Stamm – egal welche Größe, egal aus welcher Region – darf teilnehmen!
Zielgruppe: 10-15 Jahre (Gruppen mit Leitung/ Pfadfinder*innenstufe) – die Gruppenleitung trägt die Verantwortung für die Teilnehmenden.
Stammesführungen und Helfende können gerne bei der Umsetzung des Spieles helfen.

Wie viel kostet das stadt&spiel?

Voraussichtlich liegt der Teilnehmenden-Beitrag bei maximal 10,00 € pro Person.
Fahrt- und Verpflegungskosten müssen selbst übernommen werden.

Warum machen wir diese coole Aktion?

Wir wollen uns über mehrere Städte vernetzen, gemeinsam und gegeneinander spielen, neue Stämme kennenlernen, ein cooles Wochenendlagererlebnis haben sowie einen neuen Verband kennenlernen.

Was muss ich tun?

Damit Du am 01. März 2021 gleich mit dem Anmeldetool starten kannst, überlege Dir mit deinem Stamm folgende Punkte und suche diese Daten zusammen:

Wichtig! Du kannst alle Daten bis zum 01. Mai 2021 noch ändern, da alles gespeichert wird. Also lieber gleich schon eintragen!

1. Eine Ansprechperson für das stadt&spiel, die wir für die Kommunikation benötigen, soll sich über ihre E-Mail Adresse im Tool anmelden.

2. Teilnehmende anmelden; folgende Teilnehmenden-Gruppen haben wir:

Teilnehmende: Das sind die Gruppenkinder, die aktiv am Spiel teilnehmen: Alter 10-16 Jahre
Gruppenleitungen: Auch diese nehmen aktiv am Spiel teil, sollten aber Aufsichtspflichten erfüllen
Stammesvertretung: Hier sind lediglich wenige Menschen pro Stamm notwendig (max. 3, eher weniger), sie sind aktive SpielerInnen mit Koordinationsaufgaben
Helferlein: Alle, die keine Lust haben auf der aktiven Spielseite zu stehen, sondern lieber hinter oder auf der Bühne die Fäden ziehen wollen, können sich gerne melden

3. Heim oder nicht?

Habt ihr ein Heim, das folgendes hat: Möglichkeiten zum Kochen (Herd/Feuerstelle), ausreichend Toiletten und fließend Wasser?
Ja oder nein?
Wollt ihr einen Stamm einladen oder wollt ihr es anderen Stämmen zur Verfügung stellen?

4. Wo wollt ihr hin?

Wollt ihr in eurer Stadt bleiben oder bei euch in der Nähe?
Wollt ihr weit weg, am liebsten quer durch Deutschland?
Ist es euch egal?
Habt ihr einen Wunsch?

5. Partnerstamm: Dein Stamm trifft auf einen anderen Stamm; überlegt euch doch einen netten Text an deinen noch unbekannten Partnerstamm

6. Anderes Heim/Lagerplatz: Ihr kennt noch einen guten Ort, wo Stämme unterkommen können? Schreibt sie uns auf!

Wenn Du Alles hast kannst Du am 01. März 2021 gleich mit der Anmeldung starten!

Wir freuen uns auf Dich und deinen Stamm!

Das Planungsteam vom stadt&spiel

DPV und BdP – es geht wieder los!

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Nach Schall und Rauch steht das nächste gemeinsame Projekt nun in den Startlöchern! Und du kannst deine Ideen einbringen!

Vielleicht hast du ja momentan auch mehr Zeit oder bist viel zu Hause? Da bietet es sich doch an, die Abende mit Telefonkonferenzen zu verbringen… Noch viel schöner ist es, wenn dabei die Ideen und Geschichten für unsere nächsten Veranstaltungen gesponnen werden.

Gemeinsam mit dem BdP wollen wir im nächsten Jahr etwas ganz Besonderes auf die Beine stellen:
Ein Wochenende, verschiedene Städte, hunderte Pfadis, ein Spiel!

Du willst mehr erfahren und dich beteiligen? Dann melde dich bei uns!
(many[at]dpvonline.de)

Der digitale Heimabend – Teil 2 – welche Ideen gibt es in den Bünden?

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Ihr sitzt Zuhause und vermisst die Pfadfinderei ziemlich? Im Artikel „Der Digitale Heimabend“ wurden bereits viele Ideen gesammelt, wie Ihr am Besten mit Eurer Gruppe Kontakt halten könnt. Hier haben wir noch weitere Ideen gesammelt für Eure freie Zeit – manche alleine oder in der Gruppe. In vielen Bünden hat man sich nämlich bereits Gedanken zu Angeboten gemacht, die wir Euch vorstellen möchten. Natürlich ist das hier keine vollständige Übersicht.

Youtube – Der Pfadfinderbund Weltenbummler ist schon länger aktiv auf Youtube. Hier könnt Ihr Euch vergangene Fahrten, aber auch Praxistipps z.B. welcher der richtige Spirituskocher ist anschauen. Link

Internetnacht – Der Deutsche Pfadfinderbund Mosaik bietet für seine Mitglieder die beliebte Internetnacht – eine Art digitale Schnitzeljagd – nun in der 24/7-Version an. Auf dem Blog findet Ihr weitere Ideen. Link

Heimabend-Generator – Im Deutschen Pfadfinderbund Mosaik ging ein Heimabend-Inspirator online. Hier könnt Ihr vielleicht auch schon einmal schauen für die Zeit danach und auch inspirieren lassen. Es gibt aber auch digitale Ideen. Link

Podcast – Matze und Kilian aus dem Pfadfinderbund Weltenbummler haben zusammen einen Podcast, der „Zeitgeschichten – Der Pfadfinderpodcast“. Findet Ihr auf Spotify oder Youtube.

Auch über den DPV hinaus gibt es gerade viele tolle Ideen von Pfadfinder*innen aus aller Welt. Denn in dieser Situation verbindet die meisten von uns, dass wir nicht nur Pfadfinder*innen sind, sondern Zuhause sitzen!

Gitarrenkurs – Die Arbeitsgemeinschaft Hamburger Pfadfinderverbände (AHP) – in der auch unserer Hamburger Bünde Mitglied sind – stellt einen Gitarrenkurs auf Youtube: Link
Eure neuen Gitarrenspielkenntnisse könnt Ihr direkt mit Dota Kehr üben. Sie gibt auch Gitarren Tutorials für Ihre Lieder. Link

#CampAtHome – Die Northumberland Scouts haben ein großes Ziel: ein virtuelles Lager mit einer Million Teilnehmenden aus der ganzen Welt. Das geht ganz einfach: Klickt bei der Facebook-Veranstaltung auf „Teilnehmen“ und begleitet Eure Nächte in den sozialen Medien. Regeln: packt eine Tasche, schlagt ein Zelt im Garten oder Zuhause auf und schlaft darin, zündet ein Lagerfeuer an (virtuell oder real), führt eine Pfadfinderei-Aktivität durch (z.B. ein Morgenkreis) und helft beim Kochen.
Vielleicht eine Idee für Eure Gruppe? Die spanischen Pfadfinder*innen machen es vor: Link

Seid Ihr noch über weitere Ideen gestolpert? Schreibt gerne in die Kommentare!

Der digitale Heimabend

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Ihr lieben Menschen,

in solchen Zeiten hat es einen besonderen Wert, sich mit einer Gruppe verbunden zu wissen und auch einmal besondere Wege zu gehen. Eine digitale Großfahrt? Heimabende vor dem PC? Vernetzte Gruppenstunden? Sie wollen von uns erfunden werden! Daher suchen wir hier kreative, schöne, witzige, praktische und kreative digitale Heimabend-Ideen.

Vernetzen:
Als ersten Schritt muss man sich hierfür vernetzen – Welche Art der Verbindung ist für alle zugänglich und für Euch als Gruppe praktisch? Hierzu Vorschläge:

Heimabend-Ideen:
Und nun der zweite Schritt – Was könnt ihr machen?
(vorweg ist genannt, auf welche Art und Weise man sich digital begegnen müsste: schreiben per Mail, Gruppenchat (GC) etc.; hören per Gruppenanruf, Telefonkonferenz etc.; sehen per Videoanruf via Skype, WA etc.):

hören / sehen  +  schreiben (Mail, GC): stille Post malen – Satz, Wort oder witzige Begebenheit von eurer letzten Fahrt per Telefonkette mit Zeitpunkt rumgeben => Jede:r malt ein Bild davon => bei verabredeter Zeit mailt/ schickt jede:r ihr:sein Bild rum

schreiben (Mail, GC) / hören/ sehen: Black Stories erzählen und raten (geht auch schriftlich)

sehen: gemeinsam Knoten üben

schreiben (Mail, GC) / hören / sehen: Liederbucheinträge füreinander machen (und per Post sich schicken)

hören / sehen: Origami basteln – Anleitungen findet man hierzu mannigfach im Internet

schreiben (Mail, GC) / hören / sehen: Gruppenkochbuch (digital) erstellen – Sammelt Eure Lieblingsgerichte digital oder als Einträge für ein Buch, welches ihr beim Wiedersehen zusammenstellt

hören / sehen: Stadt, Land, Fluss, Pfadfinderlied, Stammesname… – Die Kategorien sind unbegrenzt und es können gerne neue erdacht werden. Alle brauchen nur Stift und Zettel

hören / sehen: “Ich packe meinen Affen/ Rucksack und nehme mit…”

hören / sehen: Wer bin ich? – Eine Person denkt sich eine Person/ ein Tier/ ein Gegenstand aus – die anderen stellen nacheinander Fragen und erraten, worum es sich handelt.

schreiben (Mail, GC) / hören / sehen: Assoziationsspiel – Ihr einigt euch auf eine Reihenfolge, dann nennt die Startperson ein Wort oder einen Satz, nächste Person assoziiert dazu ein nächstes Wort/ einen nächsten Satz. Pro-Version: Sätze müssen sich reimen.

schreiben (Mail, GC) / sehen: Fotostory selber machen – Jede Person macht ein Foto der Story

schreiben (Mail, GC) / sehen: Fotos raten – Eine Person schickt ein Bild rum, die anderen raten, welches Märchen/ Geschichte/ Person damit gemeint sein könnte

schreiben (Mail, GC): Wo bin ich? – Bei Google Maps das Männchen irgendwo hinstellen, Screenshot erstellen und die Gruppe raten lassen. Tipp: Es sollten auf dem Screenshot kleine Hinweise versteckt sein. (Geo-Games gibt es auch online.)

allein zu Haus / hören / sehen: Kluft nähen + Rucksack waschen + Zwischenspiele auf der Gitarre lernen/ üben + Wanderschuhe putzen und fetten

Soweit unsere Ideen, viel Spaß beim Ausprobieren! 🙂

Welche Ideen hast Du? Schreib es in die Kommentare!

Die erste Bergetappe auf dem Weg zur 50!

Ein kleiner Bericht vom vergangenen 5. DPV goLd Planungstreffen (31.01. – 02.02.2020)

Es war inzwischen schon das 5. Planungstreffen in einem
immer größer werdenden buntem Team, bei dem wir uns nun erstmals direkt am Ort
des Geschehens: der Burg Ludwigstein im Zentrum Deutschlands für ein Wochenende
Ende Januar getroffen haben, um die Weichen bis in den September hinein zu legen
und uns in den Geburtstagsfeier-Modus einzustimmen.

Am Fuße des Berges  im sog. Brunnenhaus oder Pumpenhaus (der Name
hängt ganz davon ab, mit wem man gerade spricht) fanden wir uns bereits am
Freitagabend mit ca. 18 Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus verschiedenen Bünden
und Ecken der Republik zusammen –  sei es
aus Karlsruhe, Köln oder Hamburg -, um uns erstmal untereinander kennenzulernen
und miteinander vertraut zu machen. Dabei wurden viele neue Gesichter bis in
den späten Abend hinein in die Runde integriert, sodass wir auch schnell zu
einem kunterbunten Haufen zusammengewachsen sind – was sich über das Wochenende
hinweg nur noch steigern sollte.

Am nächsten Morgen ging es bereits gegen 08 Uhr mit einem
kurzen Spaziergang hoch auf die Burg, um uns gemeinsam mit den Weltenbummlern
(die die Burg das Wochenende über für ein von außenhalb sehr spannend wirkendes
Führungsforum genutzt haben) beim Frühstück für den anstehenden Tag zu stärken.
Der Vormittag war geprägt von einer spannenden Burgführung unter am Himmel
wortwörtlich „tanzenden Dohlen“ und begleitet von bestem, aber leider
konsequentem Nieselregen. Nach dem delikaten Mittagessen setzen wir uns dann
auf der Burg erst im dem großen Planungsteam und später jeweils in den
verschiedenen Unterplanungsteams Logistik, Anhaik, Küche, Programm und
Hintergrund-programm zusammen und besprachen unsere Fortschritte nach dem
Abendessen nochmal im großen Team.

Treu begleitet vom Regen ließen wir uns nachts wieder den
Berg hinab tragen und verbrachten noch einen geselligen Abend mit mancher wenig
stressfreien Runde Tabu und anderen Gesellschaftsspielen im Brunnenhaus.

Am nächsten Morgen ging es dann etwas früher auf einen
kurzen Fußmarsch auf die Burg, um das Frühstück einzunehmen. Wir planten den
verbleibenden Vormittag die für die kommenden Monate anfallenden Aufgaben. Nach
der Abschlussrunde machten wir uns schließlich wieder in die verschiedenen Richtungen
gen‘ Heimat auf – natürlich bepackt mit vollen To-Do-Listen und jeder Menge
Vorfreude auf alle weiteren Planungstreffen im Team und natürlich die grandiose
DPV-Geburtstagsfeier mit euch im September – bei der wir alle zusammen dem DPV
gebührend seinen goLdenen Anstrich verpassen.

Auf der Website unter „IN AKTION“ -> „DPV goLd“ findet ihr demnächst viele spannende Informationen zu der Fahrt, insb. was auf euch an dem Wochenende Spannendes erwartet und wie Ihr uns im Vorfeld und vor Ort unterstützen könnt – wobei wir uns über viele helfende Hände freuen. Erstmal könnt ihr euch aber (wenn nicht schon geschehen) das Wochenende des 11.-13.09.2020 im Kalender fett markieren!

Mach dein eigenes Ding! Upcycling-Ideen für AGs und Heimabende

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An dem diesjährigen Himmelfahrtswochenende haben sich viele DPV-Sippen gemeinsam zum DonOro in New Hameln Creek zusammengefunden. Ca. 1000 junge Pfadfinder*innen haben fleißig Gold geschürft und ein florierendes Dorf errichtet. Jedes Unterlager hat an den AGs zum Aufbauen des Dorfes teilgenommen und sich in seinem besten Glanz DonOro präsentiert, denn schließlich wollten wir alle bei ihm einen guten Eindruck hinterlassen, um viel Gold schürfen zu können.
Mit gemeinsamen Kräften, kreativen Köpfen und alten Materialien in den AGs haben wir verschiedene Dekorationen wie z.B. Fahnen, Beleuchtungslichter für den Abend oder unseren eigenen Geldbeutel hergestellt. Um möglichst nachhaltig dabei zu sein, wurden die AGs als Upcycling Konzept geplant, sodass viele alte Stoffreste, Gläser, Tetrapacks und weiteres Bastelmaterial zum Einsatz kamen. Durch viel Geschick sind so eine Menge prachtvolle und upgecycelte Unikate in den Dörfern entstanden, während wir gleichzeitig alle ein weiteres Stück Müll vermieden haben.

Kreative Upcycling-AGs sind für jede Art von Fahrt ein Tipp. Die Materialbeschaffung sollte euch nicht vor eine große Hürde stellen, denn es gibt immer zahlreiche Möglichkeiten altes Material zu beschaffen. Für den leichten Anfang passend, sind die schon erprobten Portemonnaies zum Basteln auf einem Heimabend. Das bietet eine hervorragende Möglichkeit das Großfahrten-Taschgeld-Portemonnaie für die nächste Großfahrt gemeinsam mit der Gruppe nachhaltig zu gestalten. Die Anleitung für die upgecycelten Portemonnaies findet ihr hier.
Hast du eine Sippe auf dem DonOro mit ihren selbstgemachten Kulturbeuteln gesehen? Wenn ja – prima – dann hast du gleiche eine weitere Idee entdeckt. Wenn nicht, dann kannst du mit deiner Sippe auch eure eigenen upgecycelten Kulturbeutel gestalten und auf dem nächsten Lager die Sippe sein, die gesehen wird. Lasst euren Gedanken freien Lauf und ihr werdet die kreativsten Einfälle haben.

Wir vom DPV 3000 hoffen darauf, dass ein solches Konzept auf vielen weiteren Fahrten und Lagern übernommen wird, damit zukünftig bei Bastelaktionen nicht auf neue wertvolle Werkstoffe zurückgegriffen werden muss und wir alle als Pfadfinder*innen unseren Beitrag für die Umwelt leisten.

Nach dem Lager ist vor dem Lager und so stellen wir uns wieder einmal die Frage, wie wir zukünftige Veranstaltungen noch nachhaltiger gestalten können. Hast du eine Idee, einen Plan oder möchtest sonst wie aktiv im Nachhaltigkeitskreis DPV 3000 mitwirken? Dann melde dich bei @

Den Fußabdruck deiner Reise verkleinern — Emissionskompensation der Fahrten zur und von der DPV-MV in Coburg

vglEmissionenVerkehrsmittel_klein.PNG

Wenn du dich bewegst, verbrauchst du dabei Ressourcen und emittierst klimaaktive Gase. Wenn du nicht komplett auf Fortbewegung verzichten möchtest, kommst du nicht umhin, dich mehr oder weniger umweltschädlich von A nach B zu bewegen. Sogar vegane Fahrradfahrer*innen emittieren CO2, wenn auch mit großem Abstand weniger als Flugzeuge. Doch das sind nur die Extreme, zwischen denen sich alle anderen Verkehrsmittel einreihen. Spätestens seit den Dieselbetrügen wird auch in der breiten Öffentlichkeit über Emissionen und Schadwirkungen der verschiedenen Verkehrsmittel diskutiert. Die Wahl des Verkehrsmittels hat direkten Einfluss auf die Menge der durch die Fahrt entstehenden Emissionen. Nur: Wie unterschiedlich sind die Verkehrsmittel im Vergleich? Und: Wie kann ich trotz Emission möglichst wenig Schaden an Natur und Umwelt anrichten, ihr vielleicht sogar helfen? Wie gut waren wir auf der DPV-Mitgliederversammlung Mitte September in Coburg? Flo vom AK DPV3000 hat die Delegierten befragt und ihnen eine Kompensation der entstandenen Emissionen angeboten.

Verkehrsmittel im Vergleich
In Grafik 1 siehst du die durchschnittlichen CO2-Emissionen (CO2e) pro 100 km Fahrstrecke von verschiedenen Verkehrsmitteln. Die Zahlen in dieser Grafik stammen von “quarks & co” [1]. Für Diesel-PKW (PKW, Di) wurde dabei ein Verbrauch von sechs Litern auf 100 km angenommen und eine Fahrt alleine ohne Mitfahrer*in. Auch der elektrische PKW (PKW, El) transportiert in der Annahme nur eine Person.
Ohne Überraschung ist das Flugzeug das schädlichste Fahrzeug. Beachtet man, dass die Emissionen in Flughöhe besonders schädlich sind und neben CO2 auch die Kondensstreifen eine hohe Klimawirkung haben ist dieser Wert höchstens überraschend gering. Weniger bekannt ist, dass ein Fernbus in seinen Emissionen noch besser dasteht als eine Fahrt mit dem IC oder ICE. Dies liegt ausschließlich an der besseren Auslastung (62% bei Fernbus ggü. 51,9% bei IC/ICE [1]). Ebenfalls ungewöhnlich ist die Höhe der Emissionen im ÖPNV. Der Wert ist vor allem dadurch erhöht, dass der ÖPNV in Deutschland zu einem großen Teil von Dieselmotoren angetrieben wird. Sogar im Schienenverkehr können viele Strecken nur durch Dieselloks betrieben werden. Grund dafür ist die unvollständige Elektrifizierung des Schienennetzes (Deutschland 60%, Österreich 70%, Schweiz 100%, [2]). Die Emissionen einer Bahnfahrt liegen also unter den durchschnittlichen Emissionen im ÖPNV, dessen Emissionen ebenfalls durch eine bessere Auslastung noch weiter reduziert werden könnte.

Emissionskompensation, so heißt das Zauberwort, das damit lockt, einmal ausgestoßene Emissionen durch eine Spende an ein Umweltschutzprojekt zu kompensieren, auszugleichen, „wieder gut zu machen“. Klingt fast nach Ablasshandel. Ist im Grundprinzip auch sehr ähnlich: Getauscht wird Geld gegen gutes Gewissen. Die Unterschiede liegen vor allem darin, dass eine Reise per se keine Sünde ist und die Emissionen nur eine Nebenwirkung. Die Wirkung der der Spende setzt je nach unterstütztem Projekt früher oder später ein, wobei auch soziale und ökonomische Aspekte nicht zu unterschätzen sind und neben ökologischer Nachhaltigkeit einen Anteil an umfassender Nachhaltigkeit haben.
Für die Berechnung der entstandenen Emissionen stehen mehrere Anbieter zur Verfügung. Einer der bekanntesten ist vermutlich Atmosfair, die sich vor allem auf die Kompensation von Flugreisen spezialisiert haben. Das überbündische Lager „Schwarzbunt“ im Jahr 2020 kooperiert mit myclimate //VERIFIZIEREN!? aber auch das Umweltbundesamt und die WDR-Sendung „quarks & co“ bieten auf ihren Internetseiten die Berechnung von Emissionen in verschiedenen Szenarien an. All dies findest du am Ende in der Linkliste.
Für die Kompensation lässt sich wiederum eine ganze Palette an Anbietern und Projekten finden. Manche der oben genannten Rechner bieten gleich eine Auswahl an Projekten an. Diese unterscheiden sich zum Teil sehr: Von Unterstützung beim Erwerb effizienterer Kochstellen oder Wiederaufforstung im globalen Süden bis hin zur Wiedervernässung von Mooren in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ist fast alles möglich.

Auf der Mitgliederversammlung
Von den 40 Delegierten konnten 31 befragt werden. Diese fuhren insgesamt fast 22000 km für Hin- und Rückweg mit einem Durchschnittswert von 707 km für die Gesamtstrecke. Bei der Wahl des Verkehrsmittels liegen Auto (24 von 62 Fahrten) und ICE (23) und fast gleichauf an der Spitze, gefolgt von ÖPNV (15). Dabei ist es wichtig, anzumerken, dass im Schnitt in jedem Auto 2,8 Personen saßen. Mit einer Ausnahme wollten alle ihre Emissionen kompensieren lassen; gaben teilweise noch einen kleinen Bonus zusätzlich. Den gemeinsam verursachten Emissionen (ca. 1,4 t CO2e) konnten daher komplett kompensiert werden.

Weiterführende Links und Quellen
[1] „quarks & co“: CO2-Emissionsrechner für Reisen
https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/co2-rechner-fuer-auto-flugzeug-und-co/
[2] Allianz pro Schiene zu Elektrifizierung des deutschen Schienennetzes:
https://www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressemitteilungen/elektrifizierungs-programm-fuers-deutsche-schienennetz/
[3] Umweltbundesamt: CO2-Emissionsrechner für fast alles
https://uba.co2-rechner.de
[4] myclimate: CO2-Emissionsrechner und Übersicht über geeignete Projekte für Spenden
https://co2.myclimate.org
[5] Atmosfair: CO2-Emissionsrechner und Kompensationsangebot
https://www.atmosfair.de
[6] moorfutures: Wiedervernässung von Mooren in Norddeutschland
https://www.moorfutures.de

Der Berg ruft: Moin! Über’s Losgehen und Ankommen

Der Weg auf den Gipfel DSC01018-4.jpg Der Berg ruft! Fichtenschlucht Jurte in der Nacht

Im Herbst 2019 fuhr der Pfadfinderbund Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 20 Sippenführer*innen und deren Sippen in die Ammergauer Alpen nach Bayern. Nach einer einwöchigen Sternfahrt trafen sich die Sippen in Unterammergau zu einem gemeinsamen Lager. Der Höhepunkt der letzten Tage im Süden Deutschlands war die Besteigung des Teufelstättkopfs (1758 m). Milán war an der über einjährigen Planung der Sternfahrt ihres Bundes beteiligt, die für sie gleichzeitig die letzte Herbstfahrt ihrer Sippe darstellt und somit auch den Abschied als Sippenleiterin. Ihre Erlebnisse von dieser für sie doppelt besonderen Fahrt berichtet sie.


Es ist Donnerstag und wir kommen an. Nicht, wie wir abends an einen Platz kommen und diesen als Nachtlager wählen. Auch nicht, wie die Ankunft nach einer Fahrt am heimischen Bahnhof. Es ist irgendetwas dazwischen.
Nach einer Woche Herbstfahrt treten wir in Unterammergau auf eine große Wiese. Schon von Weitem blitzen die blauen Takelblusen zwischen den Bergen hervor und Stimmen wuseln durch die Luft. Alle, die in den letzten sieben Tagen hier unterwegs waren, hatten ein Ziel: die Kuhweide im Süden der Stadt. Auf dem Kopf trage ich eine Kiste mit unseren letzten Einkäufen, die Kluft ist noch nass vom dauernden Regen. Die Wolken liegen in diesem Tal, wie in einem gemütlichen Bett und bequemen sich nur selten dazu, weiter zu ziehen.
Aber jetzt: Ankommen. Leute wiedersehen. Aufgeregt Geschichten austauschen. Weiterhuschen und dreckige Schienbeine vergleichen. Zwischendurch die Jurten und Kohten aufbauen. Dann mit mehr als neunzig Leuten in den Wald und Feuerholz knacken. Ohrwürmer verbreiten. Jodeln lernen.

Wir sind Küstenkinder und kennen den Geruch des Brackwassers und das Kreischen der Möwen. Die Berge hier sind aufregend und anders. Vielleicht nicht neu, doch unentdeckt. Deshalb verbindet die meisten Gespräche des Abends ein Thema: der Aufstieg des morgigen Tages. Ich sitze in der Runde und erinnere mich, wie die Idee vor ziemlich genau einem Jahr entstand; schaue zurück auf die Planungsphase und kann kaum fassen, wie schnell die Zeit doch wieder fliegt. Diskussionen über den Berg, den Platz, die vorangehende Fahrt und das Ausbildungslager liegen hinter uns und jetzt sitzen wir hier, die Sonne geht wieder fünf Minuten früher unter als gestern und die kühle Nacht hüllt die Landschaft um uns in tiefes Blau.

Der Morgen beginnt früher als meine letzten Tage. Auf den Bahnen liegt der Tau der letzten Stunden und langsam zieht sich der Nebel stückchenweise aus den Bergen. Die Ersten zerknautschten Gesichter räkeln sich aus den Schlafsäcken, es wird Kaffee gekocht und Aufstriche werden ausgekratzt. Nach dem Frühstück geht es los. Durch eine Schlucht wandern wir immer weiter hoch in die Berge. Der Regen der vergangenen Tage strömt in zig Wasserfällen, Bächen und Rinnsalen zwischen den Felsen hervor. Manchmal ist es so laut, dass man seine eigene Stimme nicht hören kann, an anderen Stellen fließt das Wasser ruhig, sodass man einige Schlucke zu fassen bekommt.

Wir haben wieder einmal ein riesiges Glück. Nach Tagen, in denen die Landschaft grau und vernebelt war, strahlt heute die Sonne als gleißender Ball am blauen Himmel. Trockene Füße — Hallelujah! Das Wetter lässt uns die Höhenmeter ein bisschen einfacher überwinden. Jetzt auf einem breiten Weg angekommen, wandern die Sippen dem Teufelstättkopf entgegen. Während wir gehen, hören wir von weiter vorne die anderen singen:
„… Ob er aber über Oberammergau, oder aber über Unterammergau, oder aber überhaupt nicht kommt…“ Wir summen mit und sparen uns unseren Atem für den Aufstieg.
Der Weg wird schmaler und steiler, irgendwann besteht er fast nur noch aus Geröll und Wurzeln. Der Boden ist schlammig von den vielen Fußspuren und ich muss mich immer öfter an Vorsprüngen festklammern. Jetzt sind wir auf dem Pass angekommen, ich weiß, dass es nicht mehr weit ist.

Langsam merke ich deutlicher, dass ich solche Höhen nicht unbedingt gewöhnt bin. Mein norddeutsches Flachland-Herz schlägt jedes Mal ein bisschen schneller, wenn ich aus Versehen zu lange mit dem Blick in der Tiefe verweile. Dann kralle ich mich noch ein wenig mehr am Fels fest und versuche, schnell weiter zu klettern. Der Gipfel kann nicht mehr weit sein. Kurz bevor wir ankommen, sehe ich mich doch noch einmal um. Sehe Leute, die schon ums Gipfelkreuz klettern und jodeln, sehe diejenigen, die noch hinter mir kommen. Manche Gesichter wirken erschöpft, andere wild entschlossen. Wieder andere strahlen im Wissen, es gleich geschafft zu haben.
„Es ist schon etwas Besonderes, was wir hier machen“, denke ich.
Kurz vor der Spitze setzen wir uns in eine kleine Senke. Jemand findet eine Gitarre und wir setzen uns in der Sippe in eine kleine Runde. Es ist schön, noch einmal gemeinsam zusammen zu kommen und zu realisieren, dass wir es jetzt alle geschafft haben. Wir singen „Tanzen die Dohlen“ und für mich hat sich das Lied nie passender angefühlt.
Und dann die letzten Meter: Bis nach ganz oben führt nur ein Drahtseil. Als ich den letzten Schritt auf den Gipfel mache, zittern meine Beine etwas und ich halte mich gut an den Händen meiner Freunde fest. Irgendwie schaffe ich es, meinen Blick schweifen zu lassen. Unter mir fliegt ein Vogel um den Berg, ich kann den Weg sehen, den wir kurz vorher gekommen sind. Auf der anderen Seite sehe ich die Alpen wachsen, kann Schneekuppen erkennen. Die Landschaft verblaut, je weiter sie in der Ferne liegt und der Horizont ist plötzlich so weit, dass ich mich doch ein bisschen wie am Meer fühle.
Wir knoten ein rotes Bändchen an einen Arm des Gipfelkreuzes. Es flattert im Wind zusammen mit den Bändern, die die anderen Sippen vor uns befestigt haben.
Als ich wieder nach unten klettere, greifen gleich mehrere Hände nach mir, geben mir Halt und stützen mich. Ich lache in Erleichterung.
Wir sind wieder angekommen.