Nicht nur Gold im Eimer – Die DPV Sippenaktion 2019

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Die letzten Tage sind rückblickend gesehen wie ein Traum. Anfangs war ich mir noch gar nicht so sicher, was mich alles erwarten wird und einen gefühlten Wimpernschlag später klingelt mein Wecker und ich muss wieder zur Uni los. Zusammengefasst: Das war der Hammer!

Mittwochabend treffen wir auf dem Lagerplatz “New Hameln Creek” ein und keine zwei Schritte später quatscht mich eine mir völlig fremde Pfadfinderin eines mir völlig fremden Bundes an und beredet mit mir die Parksituation. Pfadfinderfeeling: Check. Nach der Anmeldung auf dem Platz teilen sich 14 Rotmilane auf in ihre Unterlager. Auf dem Lagerplatz befinden sich um eine große Wiese herum sechs Unterlager für die angereisten Goldschürfer*innen und ein riesiger Saloon, der in den künftigen Tagen den gängigen Abendtreff darstellt. Das siebte Unterlager “Ghost City” ist den teilnehmenden Helfern vorbehalten. Davon haben wir fünf mitgebracht und nachdem wir unter Umständen ein bisschen was an Jurtenmaterial daheim liegen gelassen haben, bauen wir dennoch erstmal unsere Kothe auf. Gleich darauf helfen wir noch anderen Gruppen, ihre Zelte aufzubauen und stellen den ersten großen Unterschied zwischen uns und gefühlt dem Rest der deutschen Pfadfinderschaft fest: Kothen mit nur einer Zeltstange. Das ist bei anderen Bünden derart unüblich, dass wir häufiger Mal unseren Senf zu eben diesem Problem abgeben müssen. Gibt es heute Abend wohl noch was spannendes? Wissen wir nicht, also erstmal was zu Essen suchen. Es ist Reis mit Tomatensoße. Mir ist im ersten Moment zwar nicht klar, wer auf diese komische Idee kam, aber instantan kommen mir die grausigen Bilder des Essens der letzten DPV-Aktion in den Kopf. Es schaudert mir bei dem Gedanken und vor allem bei den ersten Löffeln des mir vorgesetzten Gerichts. Egal, denke ich mir und ziehe mir in vollem Genuss endlich zwei riesige Portionen rein. Jetzt erstmal schlafen und den Lagerplatz vollständig erst bei Sonnenlicht betrachten. Bisher habe ich das Gefühl, dass doch gar nicht mal so viele Leute hier sind.

Ich wache auf, denke mir nichts böses und wir fünf Helfer machen uns zum Waschen fertig. Aus der Kothe aufgestanden, erblickt man zwar enorm viele Schwarzzelte, aber bisher ist noch kein Grund zur Sorge, viele Seelen lassen sich nicht blicken. Klar, wenn die Helfer auch jeden Morgen früher aufstehen als die Teilnehmer. Erst im Anfangskreis wird mir das Ausmaß des Lagers richtig bewusst. Über 1000 Pfadfinder*innen aus ganz Deutschland stehen in einem derartig großen Kreis zusammen, dass die große Versammlungswiese komplett umstellt wird von Pfadfinder*innen jeglichen Alters und jeglicher Herkunft. Abgefahren! Jetzt kommt das Lager richtig ins rollen. Don Oró hat uns schließlich zum Goldschürfen eingeladen, um reich zu werden. Passend wie Cowboys und Mexikaner gekleidet, sind wir bereit in diversen Aktionen zum Erfolg dieses Unterfangens beizutragen.

Von links: Justus, David, Sven, Michel, Niklas (Foto: Justus Brungs)

So startet der Tag damit, die Unterlager zu gestalten, Lagerschilder und Fahnen zu erschaffen, Lichter und Girlanden fertig zu machen und das Lager zu schmücken. Fast jeder startet mit seinen ersten 3$ (selbstverständlich keine realen Dollar) und verzockt diese sogleich beim Schnick-Schnack-Schnuck oder lässt sich von betrügerischen Gestalten übers Ohr hauen. Manche sind sogar so reich zu Beginn, dass sie einen 5$-Schein besitzen. Anschließend geht es zum Goldschürfen; Niklas, David und ich verkaufen als Notare Lizenzen an die Goldgräber*innen für Suchgebiete auf begrenzte Zeit und treten dabei in unglaublich spannende Verhandlungen, die mal mehr, mal weniger absurd oder logisch waren. Insgesamt versorgen wir so innerhalb von knapp 30 Minuten etwa 400 Goldschürfer*innen mit den für sie passenden Lizenzen und freuen uns wie Könige, dem Ansturm gerecht geworden zu sein. Bis zu dem Moment als die ersten Gruppen zurückkamen und darüber philosophierten, in welcher Reihenfolge wir gelyncht gehören, weil wir Lizenzen für Gebiete verkauft haben, die angeblich komplett leergegrast seien. Wichtige Anmerkung: Wir haben absolut keine Ahnung, wie viel Gold wo liegt und wer wann wo ist. Wir verkaufen nur die Lizenzen, der Rest ist anderen Menschen überlassen. Es werden nun also nicht nur ausgiebige Preisverhandlungen, sondern vor allem Rückerstattungs- und Entschädigungsverhandlungen geführt. Um das Problem etwas verständlicher darzulegen, eine kleine Milchmädchenrechnung (ferner man das heutzutage noch sagen darf…): 400 Pfadfinder*innen in 10er Gruppen ergibt 40 Gruppen. Es gab fünf Arten von Lizenzen. Unter der Annahme, dass sich die Gruppen gleichmäßig aufteilen sind das also acht Gruppen pro Suchgebiet. Ich hoffe, dass hieraus leicht ersichtlich wird, dass spätestens die vierte Gruppe kein Gold mehr bekommt. Unabhängig davon ging die Zeit schnell herum und einige Gruppen konnten sehr viel Geld machen und jeden ihrer Teilnehmer mit etwa 50$ ausstatten. Heute Abend kann also ausgiebig im Saloon gefeiert werden. Die erste Singerunde. 400 anwesende Pfadfinder*innen, acht Gitarrist*innen, ein Feuer. Ich werde es niemals schaffen, in Worte zu fassen, wie es sich da angefühlt hat, seine liebsten Pfadilieder zu singen. (Das gibt es nun jeden Abend!).

Der Saloon am Ende der großen Versammlungswiese (Foto: Michel Kavermann)

Eigentlich wollen wir gleich wieder zum Goldschürfen los, das kann gestern nicht alles gewesen sein, nur zieht gerade eine große Horde Schausteller*innen in das Lager ein, wodurch ein großer Jahrmarkt entsteht und alle darauf bedacht sind, an den vielen Markständen ihr großes Geld zu machen. Ob im Saloon beim Glücksspiel oder draußen beim Witze erzählen, ringen oder was es sonst noch so gibt, kriegen die Leute das Dollarzeichen nicht mehr aus den Augen. Die Schausteller*innen scheinen wohlhabende Menschen zu sein und bereitwillig ihr Geld an die Teilnehmer zu geben. Das lässt den Überfall auf die Postkutsche heute morgen in Vergessenheit geraten. Der Wirt verpasst seinen Moment nicht und verzehnfacht daraufhin die Preise im Saloon. Ist gerade der Wohlstand ausgebrochen? Müssen wir je wieder Gold schürfen? Falschgeld! Chaos. Manche fangen an, ihr Geld zu verbrennen oder es zum Nase abputzen zu nehmen. Was ist gerade passiert? Was soll das mit dem Falschgeld? Aber es gab vorher doch echtes Geld. Panik. Die Menschen sind blind. Eigentlich sollten sie 5000$ für ihr Unterlager zusammentreiben und doch hat es kein Lager geschafft, jetzt soll Falschgeld im Umlauf sein, aber kaum einer macht sich Gedanken darüber, herauszufinden, welche seiner Banknoten echt und welche falsch ist. Die Blüten sind doch leicht zu erkennen, oder etwa nicht? Mittagessen. Ich kann nicht glauben, was gerade passiert ist. Wir müssen nun herausfinden, wer hinter dem Falschgeld steckt. Hingegen Sven und David sich als Mexikaner (entschuldigung. Mittlerweile politisch korrekt “Kaktusfarmer”), Justus als jemand nach zu viel Apfelschorle und Niklas sich als Zocker dem großen Suchspiel hingeben, bin ich eher aufgabenlos und bringe die Goldschürfer*innen dazu, sich Teamaufgaben zu stellen. Oder eher gesagt mein Zwilling Nigel, aber das ist eine andere Geschichte. Schnell ist klar, die Täter sind DonOro und sein Gefolge, doch erstmal essen, bevor man sich dieses Packs annimmt. Das Essen ist bis zum Schluss zunehmend besser geworden und gipfelt später in einem wahren Festmahl. Was nun? Maskierte, dunkel gekleidete Banditen stürmen aus allen Himmelsrichtungen den Lagerplatz, haben Fackeln in den Händen und schießen wild in die Luft. Die brennen die Bank nieder, klauen das gesamte Geld und nehmen Bankier, Küchenteam und weitere Geiseln. Keine zwei Minuten später ist alles vorbei und noch ist sich niemand sicher, was genau gerade passiert ist. Heute Abend geht es in den Wald die Geiseln retten. Doch die Wälder sind bewohnt von nicht lebenden Wesen und abtrünnigen Banditen. Freude kommt auf.

Die drückende Hitze bringt mich zum Aufstehen und Waschen, Geiseln sind gerettet, es leben alle; es läuft wie geschmiert für uns. Heute geht es zu Verhandlungen mit DonOro, der das Land verlassen möchte, wenn wir ihn dafür entlohnen, also alle wieder in den Wald und das Rätsel lösen. Ich habe meinen Hut verloren beim Durchstreifen des Dickichts und bitte die Goldgräber*innen, ihn mir wiederzubringen. Dafür zeige ich ihnen auch meine Tattoos an beiden Armen, weil sie die anscheinend brauchen, um herauszufinden, wo die Übergabe stattfinden wird und wie sie an das benötigte Gold kommen. Immerhin habe ich meinen Hut wieder und mache mich zur Übergabe auf. Der Sheriff ist jedoch gar nicht an einer Übergabe interessiert, sondern an einer Festnahme von DonOro, damit er in New Hameln Creek dem Gericht vorgeführt und einen fairen Prozess erhalten kann. Alles läuft gut, dann Schüsse, einer geht zu Boden, sie versuchen das Gold zu stehlen, epischer Kampf zwischen Sheriff und DonOro und zack! Die Gerechtigkeit siegt und hunderte Goldgräber*innen feiern den Sieg über DonOro. Auf geht es zurück nach New Hameln, um sich auf den Prozess vorzubereiten. Dieser ist hitzig, viele wollen etwas sagen, DonOro wird aufmüpfig, was schnell geklärt wird. Sein eigener Anwalt kehrt ihm den Rücken, es kommt zum Urteil: Lebenslänglich im Gefängnis. Der restliche Tag vergeht wie im Flug. Durch den Sieg über DonOro und den Kapitalismus, wird im Saloon alles gratis augeschenkt. Der restliche Tag entspricht der gleichen Festivalstimmung wie der gestrige nach dem Jahrmarktgeschehen. Die Grenzen zwischen den Lagern verwischen endgültig, alle feiern die Sonnenstrahlen ausgiebig, ob beim Singen in der Sonne, dem Impro-Theater, dem Fußball oder Flag-Football oder bei lockeren Gesprächen mit einem kühlen Getränk, das der Wirt freudig “Flüssigdiabetes” nennt. Nun findet die letzte Singerunde statt, der Saloon ist voller denn je, die Stimmung ist an ihrem Hochpunkt. Was soll jetzt noch geschehen, wo alle ihren Reichtum in der Gemeinschaft und dem Glück, zusammen eine derartig geile Zeit zu erleben, gefunden haben? Achja, richtig:

Blick auf die linke Seite der Unterlager (Foto: Michel Kavermann)

Drückende Hitze. Ich fühle mich fertiger denn je, weiß noch gar nicht, wo das herkommt und stehe auf zum Waschen gehen. Da fällt es mir wieder ins Auge: 1000 Pfadfinder*innen machen sich bereit, den riesigen Platz in kürzester Zeit abzubauen, alles zu verstauen, aufzuräumen und nach einer elendig langen Müllkette, den Platz müllfrei zu hinterlassen. Ich bin fassunglos, wie wir mal eben in knapp zwei Stunden alles erledigt haben und wie wir Rotmilane einen nicht überschaubaren Berg Lebensmittel vor dem Müll retten konnten, die wir bald beim Roverlauf verwenden können. 1000 Menschen singen “Nehmt Abschied Brüder”. Allzeit Bereit. Ende. Ich stehe da und versuche zu realisieren, dass es wirklich schon vorbei ist und was ich in den letzten Tagen alles an nicht vergleichbaren Eindrücken und Erfahrungen gesammelt habe, wie viele schöne Gespräche ich mit unzählig interessanten Menschen geführt und neue Kontakte geknüpft habe mit Menschen aus allen Himmelsrichtungen. Es klingelt. Ich schaue auf mein Handy und frage mich, warum ich so fertig bin. 7:30h, fertig machen für die Uni. Achja: Die letzten fünf Tage war DonOro. Schon stehe ich mit einem Lachen auf und erinnere mich daran, was die Menschen, denen ich gleich begegnen werde, verpasst haben und wie verwirrt sie mich ansehen werden, wenn ich ihnen erzähle, was für eine unbeschreiblich schöne Zeit wir alle auf dem Lager verbracht haben.

In greifbarer Nähe: Unser Jubiläum!

Burg Ludwigstein

Die nächste Sonnenfinsternis in Deutschland! Das Ende der Welt! Die Wahl zum 20. Bundestag! Der 200. Geburtstag von Baden Powell und der 65. von Madonna! Erwachsenwerden!
Was haben all diese Dinge gemeinsam? Wir sind uns bei den meisten davon sicher, dass Sie noch weiter entfernt sind als das großartigste und schönste Jubiläum, das ein Jugendverband jemals gehabt haben wird: DPV goLd!
2020 wird der DPV 50 Jahre alt, und das wird gefeiert. Und wie!
Eine kleine Gruppe Engagierter hat sich schon einige Male getroffen, Ideen gewälzt, Vorschläge gemacht und verworfen, sich in die von hysterischem Lachenweinen unterbrochene Planungstreffenpsychose hineingearbeitet und am Ende glücklich gesagt: Das wird gut.
Allein schon der Örtlichkeit wegen: Die Burg Ludwigstein, mitten in Deutschland, wunderschön, imposant, und aufs Engste mit den Pfadfinder*innen, ihrer Lebensart und ihren Ideen verknüpft.
Aber auch das Programm wird sich sehen lassen können: Der Führer*innenschaft soll mal wieder wirklich was geboten werden. Aber ohne, dass man sich nicht auch entspannen könnte. Wie das geht? Lasst euch überraschen! Denn auch ihr seid dabei, ihr seid Teil des Ganzen, ihr seid das Helium im großen „50“-förmigen goldenen Folienballon, der über der Ludwigstein schwebt und der ganzen Welt verkündet:
DPV goLd!

Zuschüsse verheimlichen, in Hotels tagen, nur noch auf Matratzen schlafen? Über die Arbeit im DPV-Vorstand

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Dass im September – wie alle drei Jahre – die Wahlen zum DPV-Vorstand anstehen, ist für sich schon ein ganz guter Grund, mal ein wenig darüber zu erzählen, wie Vorstandsarbeit im Verband eigentlich aussieht. Und abgesehen vom aktuellen Anlass ist es vielleicht auch so interessant, etwas mehr darüber zu erfahren; denn obwohl wir, denke ich, nicht wahnsinnig intransparent arbeiten, ist die Vorstellung zur Vorstandsarbeit doch bei vielen ziemlich vage und vielleicht auch eher von Vorurteilen im Sinne der Überschrift geprägt ;-)…

Die in meinen Augen sehr hilfreiche Erkenntnis für jedes pfadfinderische Führungsamt gilt unbedingt auch für die Arbeit im DPV: wenig muss. Das scheint mir erwähnenswert, denn der Blick auf den Verband mit seiner Vielzahl und Vielfalt an Mitgliedern, die alle noch in eigenständigen und durchaus unterschiedlichen Bünden beheimatet sind, legt doch irgendwie nahe, dass die Vorstandsarbeit vor allem im Verwalten und im Jonglieren unterschiedlicher Interessen liegt. Und dann noch irgendwas mit Versicherungen.
Tatsächlich gibt es aber auch hier keine verbindliche Gebrauchsanweisung oder riesige Sammlung innendienstlicher Pfadfinderpflichten, die von allen erledigt werden müssen, damit nicht in Kürze alles auseinanderfällt. Es ist auch im DPV-Vorstand sehr gut möglich, sich zu überlegen, wo Schwerpunkte gesetzt werden sollen, in welchen Bereichen man sich selbst wie engagieren möchte, auf welche Art man überhaupt in diesem Kreis zusammenarbeiten möchte, in welchem Rahmen die Vorstandstreffen stattfinden usw.
Als unverzichtbar erscheint mir, dabei aufrichtig und Hand in Hand mit den Bünden zu arbeiten. Klar darf und soll der Vorstand mit seiner Position und Perspektive auch ein Impulsgeber in den Verband hinein sein, versucht er aber eine Agenda abseits der aktiven Arbeit seiner Mitglieder zu verfolgen, kann das nicht gutgehen. Einen offenen und produktiven Austausch über die Bedürfnisse der Bünde gegenüber dem Verband hinzubekommen und sich gemeinsam und einigermaßen kontinuierlich darauf zu einigen, wie die Ziele im Verband erreicht werden können, ist also eine zentrale Vorstandsaufgabe. Und das kann in einem so vielstimmigen Verband auch mal mühsam sein, ist es aber meiner Erfahrung nach am Ende fast nie – ganz im Gegenteil sogar.

Neben dieser allgemeineren Grundlinie gibt es dann natürlich ein paar Dinge, die – wenn auch in der Umsetzung durchaus variabel – für einen Vorstand fix sind: regelmäßige Vorstandstreffen, das Bufütreffen und die Mitgliederversammlung. Und da der DPV idealerweise eben doch etwas mehr sein möchte als die Deutsche Pfadfinderversicherung, steht es dem Verband auch ansonsten ganz gut zu Gesicht, regelmäßig auf Aktionen erlebbar zu sein. Diese Veranstaltungen in der Planung und Durchführung zu begleiten gehört also auch zur Aufgabe des Verbandsvorstands – wenngleich durchaus nicht jeder Arbeits- und Vorbereitungskreis von Personen des Vorstands (mit-)getragen werden muss.
Apropos Pfadfinderversicherung, natürlich geht es trotz voriger Beschwichtigungen nicht ganz ohne die Schreibtischarbeit. Einen sehr großen Anteil der Verwaltungstätigkeiten übernimmt im DPV aber dankenswerterweise die hauptamtliche Geschäftsstelle.

Organisatorisch läuft die Vorstandsarbeit im Moment so ab, dass wir neben der MV und dem Bufütreffen etwa viermal im Jahr auf unseren Vorstandstreffen zusammenkommen; zum Jahresende tagen wir dabei immer gemeinsam mit dem BdP-Vorstand. Wie auf anderen Ebenen üblich, gibt es auch im DPV überdauerndere Ziele und Aufgaben und eher kurzfristiger angelegte Projekte. Je nach eigener Zuständigkeit geht zwischen den festen Treffen so jede*r den eigenen übernommenen Aufgaben nach – mal eher alleine, mal zu zweit oder zu mehreren. Der Austausch innerhalb unseres Teams (oder Einzelnen darin) ist zwischen diesen Treffen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Als feste Größe hat sich dabei etabliert, dass wir einmal im Monat eine Telefonkonferenz abhalten, um über die wichtigsten aktuellen Dinge gemeinsam zu sprechen und möglichst viele aus dem Team über die verschiedenen laufenden Themen auf Stand zu halten.

Und nun ließe sich nach diesem ziemlich kurzen Abriss noch wirklich vieles über die Vorstandsarbeit schreiben, vom Konzeptionell-Abstrakten bis zum ganz Konkreten. Und wer sich tatsächlich weiter interessiert, welche genauen Erfahrungen und Entscheidungen der (Zusammen-)Arbeit es im aktuellen Vorstand gibt, kann sehr(!) gerne nachfragen. Das jedoch in diesem Rahmen weiter auszubreiten, erschiene mir persönlich auch ein Stück weit als anmaßend, da es eben vermitteln würde, dass es weitaus mehr Verbindliches gäbe als das eigentlich Fall ist. Sehr viel in der Gestaltung der Vorstandsarbeit ist auch im DPV wirklich variabel und sich dieser Variabilität ganz aktiv bewusst zu sein, halte ich für sehr wichtig – nicht zuletzt für diejenigen, die sich vorstellen können, sich ab September auf dieser Ebene zu engagieren.
Um ein paar Allgemeingültigkeiten zum Schluss komme ich dann aber doch nicht herum: In diesem Verband lässt sich auf unterschiedlichste Arten mit sehr feinen Leuten Gutes tun und Freude dabei haben. Und, ganz von Herzen: Er ist es unbedingt wert, sich für ihn zu engagieren! Das geht im Vorstand ganz gut.

Was passiert mit unserem Planeten?

Was passiert mit unserem Planeten?

Passend zu unserem letzten Blogbeitrag zu den Fridays for Future-Demos, berichtet Alma, was genau mit dem Planeten passiert und was wir alle in unserem täglichen Leben ändern können für den Klimaschutz. Alma stammt aus dem DPBM und geht regelmäßig freitags in Köln streiken.

Der Treibhauseffekt- Der Grund weshalb unsere Erde sich immer weiter aufheizt

Die Rolle des „Bösewichts“ spielt hauptsächlich das CO2, welches natürlich und in großen Mengen in der Erdatmosphäre vorkommt. Zudem ist Kohlenstoffdioxid ein natürliches Nebenprodukt der Zellatmung und entsteht bei der Verbrennung von Holz, Kohle, Öl oder Gas.

Um den Klimawandel in den Griff zu bekommen, muss der Temperaturanstieg in der erdnahen Atmosphäre im Vergleich zur vorindustirellen Zeit (19.Jahrhundert) auf deutlich unter 1,5 Grad begrenzt werden. Dieser Wert widerspricht dem Weltklimavertrag von Paris, der von einer zwei Grad Grenze spricht. Laut Wissenschaftlern, die für den UN- Klimarat IPCC (Interngovernmental Panel on Climate Change) forschen, steuere sonst die Welt auf eine Katastrophe zu. Zum Vergleich: Ohne zusätzliche Anstrengungen würde sich die Welt im Zeitraum 2030 bis 2052 um drei Grad erwärmen.

Wir liegen kurz davor eine Kettenreaktion hervorrufen, die eine gigantische Klimakrise mitsichbringen würde und damit nicht nur unser Leben, sondern das Leben zahlreicher Generation nach uns beeinflussen würde. Und das nicht im positiven Sinne. Um schwerwiegenden Folgen unseres Verhaltens zu verhindern, müssen wir unseren Kohlenstoffdioxid- Ausstoß senken. „Die nächsten 10 Jahre werden entscheidend sein“, so Klimaforscher Hans-Otto Pörtner, Verfasser des Sonderberichts zur globalen Erwärmung von 1,5 Grad des IPCC.

– Wir tragen nicht nur die Verantwortung für uns, sondern auch für zahlreiche Ökosysteme und tausende von Arten und ihr Bestehen auf IHRER Erde-

Was passiert ist weil wir nicht gehandelt haben und sich weiterhin verstärken wird, wenn wir die CO2- Bilanz nicht senken

1. Klimaflüchtlinge und Kämpfe ums Wasser durch weltweite Dürren
2. Neue Krankheiten durch Verschiebung der Klimazonen
3. Hitzewellen- und perioden
4. Probleme bei der Stromversorgung
5. Verheerende Stürme in Europa
6. Gigantisches Artensterben
7. Bedrohung der Heimat von Küstenbewohner
8. Sterbende Ozeane
9. Waldbrände
10. Polarpeitschen und extreme Kälteeinbrüche

Die Ernsthaftigkeit der Lage ist nicht zu übersehen.

Alma (Stamm Karthago- Persepolis, DPBM)

Quellen:
https://www.ipcc.ch/people/hans-otto-portner/
„Die Erde rechnet“, Claus-Peter Hutters
Hamburger Abendblatt, Dokumentation „Fridays for future“ (erschienen im Januar 2019)

Was DU gegen den Klimawandel tun kannst

Auch wenn es zuerst hoffnunglos scheinen mag und die Gedanken daran, dass es ja „die Aufgabe der Politik sei etwas zu ändern“ und dass man alleine „in dieser Welt nichts bewirken kann“ verlocken sind, ist es Fakt, dass jeder etwas ändern kann. Im Moment sind es noch 11 Tonnen an CO2, die jeder Bundesbürger durchschnittlich im Jahr verbraucht. Laut Umweltbundesamt kann der deutsche Bürger seinen CO2- Wert auf 5 Tonnen senken, wenn er umweltbewusst lebt. Wenn sich jeder im ersten Schritt bewusst machen würde, wie viel er doch gegen den Klimawandel tun kann und dann im zweiten Schritt danach handeln und leben würde, würde sich MASSIV etwas ändern.

Ernährung

Der Bereich „Ernährung“ ist weitumfassend. Der Ausstoß von Treibhausgasen entsteht beispielsweise durch die Landwirtschaft und die Haltung von Nutztieren, durch Transportwege und Verpackung, durch das Wegschmeißen von angeblich ungenießbaren Produkten… 2017 lag der Treibhausgasausstoß pro Kopf in Deutschland im Bereich Ernährung bei 15,0%.

Die Lösung sind saisonale und regionale Lebensmittel, weniger Fleisch und tierische Produkte und mehr Obst und Gemüse. Zudem ist es wichtig auf die Verpackung zu achten und das Mindesthaltbarkeitsdatum wahrzunehmen als das was es ist: ein Indikator auf die mögliche Ungenießbarkeit des Produktes. Und nicht als eine Vorgabe wie „tödlich ab“.

Wohnen

Das Umweltbundesamt macht die Heizung und den Stromverbrauch eines deutschen Bürgers insgesamt für 20,6% seines Treibhausgasausstoßes pro Jahr verantwortlich.
Um diesen zu senken, sollte man seinen Wohnraum gut dämmen, generell die Heizung runterdrehen und dafür lieber einen Pulli tragen, im Sommer diese wenn möglich erst gar nicht anstellen. Auch beim Lüften entpuppen sich unterwartete Probleme: Stoßlüften spart Energie und ist besser als Dauerlüften mit gekippten Fenster. Die warme Heizungsluft steigt sonst nach oben und gelangt dadurch direkt wieder ins Freie. Auch die Wäsche sollte man möglichst kalt waschen und nicht in den Trockner tun und, ganz entscheidend, zu einem Ökostromanbieter wechseln.

Hygiene

Die Devise lautet hierbei plastikfrei. Gefährliches Mikroplastik welches in nahezu allen Produkten von Peelings bis zu Zahnpasta vorhanden ist, gelangt durch die Leitungen in die Meere und belastet diese massiv. Auch die größeren Plastikmengen wie zum Beispiel bei den Verpackungen der Kosmetika sind zu reduzieren. Helfen bei der Produktauswahl können Apps wie „ToxFox“. Der Produktecheck des BUND bietet eine leichte und sichere Alternative zum ewigen Studieren der Inhaltsstoffe.

Verkehr

Fliegen und Autofahren gehören zu den klimaschädlichsten Arten sich fortzubewegen. Eine Alternative bietet das Fahrrad und die öffentlichen Verkehrsmittel. Auch längere Reisen sind mit der Bahn bequem auszuführen.

Mode

Wer hätte gedacht, dass nachhaltig auch noch günstiger bedeutet? Um klimafreundlich zu Konsumieren kann man Flohmärkte, Vintage- und Secondhand Stores und Kleidertausche besuchen oder auch im Internet zum Beispiel über Ebay oder Kleiderkreisel neue Sachen erwerben. Das Wichtigste bleibt hierbei das langfristige Tragen der Stücke.

Technik

Dass immer das neuste Handy nicht nötig ist, liegt auf der Hand. Auch beim alltäglichen Surfen im Internet kann man Energie sparen: Allein eine Googleanfrage verbraucht soviel Energie wie eine Energiesparlampe, die für eine Stunde brennt. Die umweltfreundliche Alternative: Ecosia. Ein Suchportal, welches seinen Umsatz dafür nutzt, um Bäume zu pflanzen. Über dieses ist übrigens auch dieser Artikel geschrieben 😉

Alma (Stamm Karthago- Persepolis, DPBM)

Quellen:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/konsum-umwelt-zentrale-handlungsfelder#textpart-1
https://www.bund.net/themen/meere/mikroplastik/
https://itunes.apple.com/de/app/toxfox-der-produktcheck-des-bund/id665200272?mt=8
https://www.stern.de/digital/online/stromverbrauch-wie-viel-energie-kostet-eine-google-suche–3755288.html
https://info.ecosia.org/what
Hamburger Abendblatt, Dokumentation „Fridays for future“ (erschienen im Januar 2019)

Finale Infos – Don Oro lädt ein

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Noch eine gute Woche,
meine lieben Goldgräber und Goldgräberinnen!

Die Zeit rennt und die Aufregung steigt!
Damit unser Lager reibungslos abläuft und du dich best möglich vorbereiten kannst, hier noch mal alle wichtigen Infos in kürze:

Wann: 29.05.- 02.06.2019
Wo: an den großen Goldfeldern (Zeltplatz Weserbergland, 31787 Hameln).
Mitbringen:
1. Du brauchst warme Kleidung, Wechselkleidung, Schlafsachen, deine Kluft und natürlich goldgräberspezifische Kleidung – ergänze deine Kluft gern durch Verkleidungsteile.
2. Essgeschirr und einen Becher, Waschsachen, evtl. Kopfbedeckung und Sonnencreme
3. Instrumente, Liederbücher und Kerzen, Schlafsack und Isomatte/ Fell

4. Um dein Dorf mit aufbauen zu können:
– Schere
– Pinsel (2-3 Stück)
– Federtasche (Bleistift, Buntstifte)
– Stoffreste (groß und klein oder alte T-Shirts)
– 1 Glas oder 1 Konservendose

5. In der Gruppe habt ihr bestimmt:
– ein Beil/ Hammer
– Säge
– Handbohrer
– Spaten/ Schaufel
– Kohte

6. und natürlich die Sachen, die ihr auf den Heimabenden schon gebastelt habt.

Nicht mitbringen: Essen! Ab Mittwochabend übernehmen die Verpflegung meine Köche!

Solltet ihr noch Fragen haben, schreibt eine Depesche an .img

Ich verbleibe mit besten Grüßen und in freudiger Erwartung!
Don Oro

„Es gibt nur diese eine Welt und wir müssen uns für sie einsetzen“

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[Fotos: Flora Lamberty, Fridays for Future-Demos in Bonn]

Warum Pfadfinder*innen bei den Fridays for Future-Demos mitdemonstrieren:

Seit Dezember 2018 werden weltweit jeden Freitag für den Klima gestreikt. Am ersten globalen Protesttag am 15. März 2019 nahmen deutschlandweit 300.000 Menschen teil, laut Fridays for Future. Am 24. Mai findet der nächste globale Klimastreik zur Europawahl in über 220 Städten statt.

Verschiedene Pfadfinder*innen erklären, warum sie mit demonstrieren:

Judith: „Hey, ich bin die Judith, werde im Sommer 16 Jahre alt und bin jetzt fast mit der Schule fertig. Danach möchte ich eine Ausbildung beginnen.

Ich bin jetzt seit ca. 6 Jahren Pfadfinderin und bin davor auch oft und sehr gerne draußen im Wald unterwegs gewesen. Ich habe mich schon immer für die Natur interessiert oder gerne dort gespielt. Seit Februar 2019 gehe ich regelmäßig auf die Fridays for Future-Demos.

Um auf die Frage „Warum ist es wichtig als Pfadfinder zu den Fridays for Future-Demos zu gehen?“ einzugehen: Ich finde es einfach super wichtig, weil ich weiterhin schöne Fahrten, Lager oder auch Wanderungen durch noch unberührte Natur unternehmen möchte. Ich möchte weiterhin mit der Natur leben und sie kennenlernen, ohne das sie vollkommen abgestorben ist.

Außerdem möchte ich es meinen Kindern irgendwann ermöglichen auch diese Erlebnisse, die man als Pfadfinder hat, zu erleben.

Es gibt nur diese eine Welt und wir müssen uns für sie einsetzen.“

Marlene: „Hi, ich heiße Marlene und bin 16 Jahre alt. Ich gehe in die 11. Klasse eines Gymnasiums in Köln.

Für mich persönlich sind die Fridays for Future-Aktionen immer etwas sehr bedeutsames. Es macht mich glücklich zu sehen, dass sich so viele Leute mit dem Thema auseinandergesetzt haben und/oder es jetzt tun. So eine Demo kann außerdem zusammenschweißen. Das erste mal, dass ich auf einer Demo war, war auch gleichzeitig die erste Fridays for Future-Demo in Köln. Wenn man da gemeinsam steht und einem irgendwann kalt wird, versucht man gemeinsam was dagegen zu unternehmen. Zusammen haben wir getanzt, gesungen und den Reden gelauscht.

Ein Gefühl, dass ich sonst so nur bei den Pfadfindern erlebt habe. Und es ist schön zu sehen, dass es noch mehr Menschen gibt, denen unsere Umwelt und unser Lebensraum nicht vollkommen egal sind.

Ich glaube, jetzt können wir nur hoffen, dass es noch mehr Menschen werden, denen bewusst wird, dass wir etwas tun sollten, selbst wenn es „nur“ das Bewusstsein ist, wie man gerade mit seinen Mitmenschen, seinem Umfeld und unserem Planeten umgeht.“

Sarah: „Ich heiße Sarah, bin 16 Jahre alt und war bis jetzt zwei mal auf den Fridays for Future- Demonstrationen. Die Fridays for Future-Demos wurden von einer Schwedin namens Greta Thunberg ins Leben gerufen, die die erste war, die jeden Freitag in der Schulzeit demonstrieren ging.

Die Streiks wurden organisiert um Politikern zu zeigen, dass wir nicht mehr länger auf den Kohleausstieg und die Umstellung auf erneuerbare Enegien usw. warten können.

Ich finde es wichtig zu den Fridays for Future-Demonstrationen zu gehen, da wir schon in knapp neun Jahren die 1,5 Grad Grenze überschritten haben, was bedeuten würde, dass wir ab da an in einer Art Spirale gefangen sind und es unaufhaltsam immer wärmer wird, egal was wir tun.

Außerdem hätten wir schon längst die Möglichkeit auf eine klimafreundlichere Energieversorgung umzusteigen, was aber aus Geldgier nicht getan wird.“

Alma: „„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“. Jede Woche gehen zahlreiche Schülerinnen und Schüler auf die Straße und demonstrieren für eine Zukunft. Dafür, dass sich die Politik ändert und endlich etwas gegen die Klimakatastrophe getan wird. Es gibt tausende von Meinungen von beispielsweise Politikern und Lehrern, die sich für oder gegen das „Streiken“ oder Schwänzen der Schule aussprechen.  Das alles macht mich sehr wütend. Mir scheint es fast, dass das Schwänzen der Schule vielmehr Thema ist als das eigenliche, wirklich Wichtige. Nämlich, dass wenn wir so weiter machen unser Planet sich immer weiter aufheizen wird, bis zu einem Punkt, wo wir das Klima nicht mehr unter Kontrolle haben werden.

Klar, die Schule zu schwänzen ist nicht das Beste, doch für mich, sehe ich meine Prioritäten eindeutig gesetzt: Ich möchte in einer lebenswerten Welt leben. Mit dem Gewissen etwas getan zu haben, wenigstens etwas, gegen den Wahnsinn. Mich positioniert, aussgesprochen zu haben und vielleicht den Einen oder die Andere zum Erwachen gebracht zu haben. Und letzendlich hoffentlich etwas bewegt zu haben. Denn ich bin 16 und kann somit nur kommunal wählen. Doch meine Zukunft liegt in den Händen von Erwachsenen. Und diese fordern wir, als Kinder, auf etwas zu tun. Jeder Einzelne in seinem Alltag, doch vorallem beim Wählen und dann letztendlich auch in der Politk und beim Einsatz für unser Klima.

Ich bin unglaublich froh Bildung genießen zu können. Besonders als Mädchen lesen, schreiben, rechnen und noch vieles mehr zu lernen. Doch diese vier Unterrichtsstunden, in welchen ich demonstrieren gehe, kann ich auch nachholen und das tue ich auch. Doch wenn beispielsweise eine Klausur ansteht, oder ich weiß, dass neuer und komplizierter Stoff behandelt wird, bleibe ich auch mit einem guten Gewissens in der Schule. Das Schwänzen ist für mich Mittel zum Zweck- nämlich für mediale Aufmerksamkeit.

„What do we want?“

„Climate justice!“

„When do we want it?“

„Now!“

Unsere Zukunft liegt in den Händen von einem Haufen von Politikern, die sich nicht einigen können und ihre Aufmerksamkeit auf angeblich „wichtigere Themen“ als den Klimawandel richten. Und wir wollen Gerechtigkeit.

Wie schon FDP-Chef Christian Lindnar sagte: Das Klima sei „Eine Sache für Profis“. Ja bitte, wo sind denn die Profis die etwas tun? Erst wird erwartet, dass sich Kinder und Jugendliche für Politik interessieren und wenn wir es tun, dann sind wir offenbar nicht qualifiziert genug. Qualifiziert genug um wissenschaftliche Berichte zu lesen, das sind wir. Und auch um uns eine Meinung zu bilden. Qualifiziert genug um die Ernsthaftigkeit der Lage einzuschätzen und auch um zu verstehen, dass etwas getan werden muss, dafür halte ich uns auch. Und hm, lass mich überlegen, wie wir uns als Nicht- Wahlberechtigte einbrigen können: Genau demonstrieren. Und nun, dass wir eure Aufmerksamkeit haben, liebe Profis: Wir würden es unglaublich willkommen heißen wenn ihr dann auch was tut : ). Und für alle anderen: geht mit uns am 24. Mai zum Globalen Klimastreik!“

Niels: „Ich bin Pfadfinder und gehe auf die Fridays for Future-Demos.

Der Impuls auf die Demos zu gehen kam zwar nicht durch Pfadfinder (sondern durch die Schule), dennoch lässt sich beides prima unter dem Dach des Klimaschutzes vereinen. „Ich trage zum Schutz und zur Erhaltung der Natur bei.“ heißt es in den Pfadfinderregeln im DPBM. Ferner steht noch: „Ich setzte mich kritisch mit mir und meiner Umwelt auseinander.“ und „Ich bin bereit in der und für die Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen und Pflichten zu tragen.“. In meinen Augen ist das Teilnehmen an den Fridays for Future -Demos also eine logische Konsequenz der Pfadfinderregeln. Doch ich demonstriere nicht als Pfadfinder, sondern als Schüler. In wie fern sollte ich (und natürlich die Pfadfindergemeinschaft grundsätzlich) sich aber jetzt als Pfadfinder anstatt als Schüler positionieren?

Fridays for Future ist primär eine Schülerbewegung. Greta Thunberg ist eine Schülerin und vielleicht der wichtigste Weg einen Diskurs zu eröffnen ist und bleibt das Streiken der Schule an Freitag. Viele Pfadfinder teilen mit mir die Auffassung, dass Pfadfinder ein interkonfessioneller und parteiloser Raum sein sollte. Zwar hat Greta Thunberg keine Partei oder eine religiöse Gruppe hinter ihr, dennoch verfolgt sie (zwar im Interesse eines jeden Pfadfinders aber dennoch) eine politische Agenda. In Kluft und Halstuch demonstrieren finde ich also fragwürdig, jedoch ist der Anlass der Fridays for Future -Demos sehr wohl mit den Pfadfinderregeln vereinbar und scheint förmlich nach einer Positionierung seitens der Pfadfinder.

Wie sollte man also die Fridays for Future-Bewegung in meinen Augen also handhaben? An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass dies nur meine persönliche Meinung ist und ich jede Argumentation von anderen Positionen nachvollziehen kann. Ich denke, wir sollten uns nicht in Kluft und Halstuch auf den Demonstrationen zeigen, dennoch müssen wir in meinen Augen klar Stellung beziehen und die Unterstützung von uns als Scouts zu zeigen. Fridays for Future ist eine Bewegung, welche ganz viel erreichen wird und schon ganz viel erreicht hat. Die ganze Welt ist aufmerksam geworden auf die Konsequenzen unseres (ökologisch betrachtet) schwachsinnigen Verhaltens. Wir müssen handeln und wenn das Handeln mit einem 16-jährigen schwedischen Mädchen beginnt, dann sei es so. Ich hoffe, Ihr werdet am 24.05.2019 am weltweiten Klimastreik teilnehmen und bis dahin gilt auch weiterhin, dass man nie zu klein dafür ist, einen Unterschied zu machen.“

Am 24. Mai ist Globaler Klimastreik.

Mehr Infos unter https://fridaysforfuture.de/

Vorstandssitzung in Stuttgart

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Bevor in Kürze in Don Orós Steinbruch die Spitzhacken klingen und während Spätentschlossene noch ihre Tickets für „Schall und Rauch“ buchen, kam an diesem Wochenende der DPV-Vorstand in Stuttgart in einem Heim des Deutschen Pfadfinderbunds Hohenstaufen zusammen. Natürlich ging es dabei um unsere anstehenden Aktionen, auf die wir uns riesig freuen! Aber auch sonst gab es einiges zu überlegen und zu planen, wir hatten überbündischen Besuch und können sagen: Gar so schlecht ist die Luft in Stuttgart auch nicht ;).

Die DPV-Mitgliederversammlung 2018: ein Treffen im Zeichen des Goldrauschs

Auf Einladung der Pfadfinderschaft Süddeutschland und des Pfadfinderbund Horizonte versammelten sich vom 21. bis 23.9.2018 die Delegierten der DPV-Bünde in Bruchsal. Trotz einiger extra Herausforderungen durch Sturm und Bahn haben alle angekündigten Delegierten den Weg letztendlich gefunden, ebenso wie die (inter-)nationalen Teilnehmer des gleichzeitig stattfindenden DPV-Seminars zur Organisation internationaler Begegnungen und den Fördermöglichkeiten dazu.
Der Samstag stand morgens zunächst unter dem Eindruck der Formalia und Finanzen. Diese wurden aber zügig abgehandelt sowie der Antrag des Vorstandes auf Satzungsänderung bezüglich des Beginns der Amtszeit eines neugewählten Vorstandes wurde mit großer Mehrheit angenommen.
Der darauffolgende Block gehörte dem Ausblick auf die kommenden Veranstaltungen: Das DPV-Jubiläum 2020 wirft seinen Schatten voraus und es werden noch dringend Leute gesucht, die mit machen wollen. Etwas näher und auch schon besser besetzt ist Schall & Rauch, das gemeinsame Festival von BdP und DPV. Nichtsdestotrotz werden auch hier noch helfende Hände gesucht, die genauen Infos dazu finden sich bald auf der Homepage des Festivals, wo auch demnächst die Anmeldung startet. Die Vorfreude auf diese neuartige Veranstaltung war in den Gesprächen danach überall spürbar und verspricht ein tolles, buntes Festival.
Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen der Sippenaktion: Durch ein Zeit- und Raumportal reisten die Delegierten zu Don Oro und Cathy Jeane „Heartbreaker“ Baker, die sie dabei beobachten, wie sie in der Gegend von Hameln in einem Steinbruch Gold auf Gold gestoßen sind. Nachdem sich die Nachrichten verbreiteten, brachen Scharen von Abenteurern und Goldsucherinnen auf, um dorthin zu gelangen und erste Notbehausungen aufzuschlagen und ihren Anteil zu sichern. Das mag zwar unglaublich klingen, aber es gelang den Delegierten Foto- und Filmaufnahmen davon zu machen, die sicher bald den Weg zu den Sippen in den Bünden finden werden.
Die Beratungen wurden am Sonntag wieder zu den Themen Jugendpolitik und Vertretung im DBJR, internationale Begegnungen und einem Bericht des Arbeitskreises zur Nachhaltigkeit (DPV 3000) fortgesetzt und gegen Mittag erfolgreich beendet.
Erwähnt werden sollte schlussendlich auch noch, dass das Küchenteam alle Gäste mit leckerem Essen versorgte, welches aus Foodsharing-Initiativen, ergänzt um punktuelle Zukäufe vom lokalen Biohof, stammte. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an das Küchenteam für die leckeren Kreationen und an die Ausrichter für die Gastfreundschaft.