Den Fußabdruck deiner Reise verkleinern — Emissionskompensation der Fahrten zur und von der DPV-MV in Coburg

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Wenn du dich bewegst, verbrauchst du dabei Ressourcen und emittierst klimaaktive Gase. Wenn du nicht komplett auf Fortbewegung verzichten möchtest, kommst du nicht umhin, dich mehr oder weniger umweltschädlich von A nach B zu bewegen. Sogar vegane Fahrradfahrer*innen emittieren CO2, wenn auch mit großem Abstand weniger als Flugzeuge. Doch das sind nur die Extreme, zwischen denen sich alle anderen Verkehrsmittel einreihen. Spätestens seit den Dieselbetrügen wird auch in der breiten Öffentlichkeit über Emissionen und Schadwirkungen der verschiedenen Verkehrsmittel diskutiert. Die Wahl des Verkehrsmittels hat direkten Einfluss auf die Menge der durch die Fahrt entstehenden Emissionen. Nur: Wie unterschiedlich sind die Verkehrsmittel im Vergleich? Und: Wie kann ich trotz Emission möglichst wenig Schaden an Natur und Umwelt anrichten, ihr vielleicht sogar helfen? Wie gut waren wir auf der DPV-Mitgliederversammlung Mitte September in Coburg? Flo vom AK DPV3000 hat die Delegierten befragt und ihnen eine Kompensation der entstandenen Emissionen angeboten.

Verkehrsmittel im Vergleich
In Grafik 1 siehst du die durchschnittlichen CO2-Emissionen (CO2e) pro 100 km Fahrstrecke von verschiedenen Verkehrsmitteln. Die Zahlen in dieser Grafik stammen von „quarks & co“ [1]. Für Diesel-PKW (PKW, Di) wurde dabei ein Verbrauch von sechs Litern auf 100 km angenommen und eine Fahrt alleine ohne Mitfahrer*in. Auch der elektrische PKW (PKW, El) transportiert in der Annahme nur eine Person.
Ohne Überraschung ist das Flugzeug das schädlichste Fahrzeug. Beachtet man, dass die Emissionen in Flughöhe besonders schädlich sind und neben CO2 auch die Kondensstreifen eine hohe Klimawirkung haben ist dieser Wert höchstens überraschend gering. Weniger bekannt ist, dass ein Fernbus in seinen Emissionen noch besser dasteht als eine Fahrt mit dem IC oder ICE. Dies liegt ausschließlich an der besseren Auslastung (62% bei Fernbus ggü. 51,9% bei IC/ICE [1]). Ebenfalls ungewöhnlich ist die Höhe der Emissionen im ÖPNV. Der Wert ist vor allem dadurch erhöht, dass der ÖPNV in Deutschland zu einem großen Teil von Dieselmotoren angetrieben wird. Sogar im Schienenverkehr können viele Strecken nur durch Dieselloks betrieben werden. Grund dafür ist die unvollständige Elektrifizierung des Schienennetzes (Deutschland 60%, Österreich 70%, Schweiz 100%, [2]). Die Emissionen einer Bahnfahrt liegen also unter den durchschnittlichen Emissionen im ÖPNV, dessen Emissionen ebenfalls durch eine bessere Auslastung noch weiter reduziert werden könnte.

Emissionskompensation, so heißt das Zauberwort, das damit lockt, einmal ausgestoßene Emissionen durch eine Spende an ein Umweltschutzprojekt zu kompensieren, auszugleichen, „wieder gut zu machen“. Klingt fast nach Ablasshandel. Ist im Grundprinzip auch sehr ähnlich: Getauscht wird Geld gegen gutes Gewissen. Die Unterschiede liegen vor allem darin, dass eine Reise per se keine Sünde ist und die Emissionen nur eine Nebenwirkung. Die Wirkung der der Spende setzt je nach unterstütztem Projekt früher oder später ein, wobei auch soziale und ökonomische Aspekte nicht zu unterschätzen sind und neben ökologischer Nachhaltigkeit einen Anteil an umfassender Nachhaltigkeit haben.
Für die Berechnung der entstandenen Emissionen stehen mehrere Anbieter zur Verfügung. Einer der bekanntesten ist vermutlich Atmosfair, die sich vor allem auf die Kompensation von Flugreisen spezialisiert haben. Das überbündische Lager „Schwarzbunt“ im Jahr 2020 kooperiert mit myclimate //VERIFIZIEREN!? aber auch das Umweltbundesamt und die WDR-Sendung „quarks & co“ bieten auf ihren Internetseiten die Berechnung von Emissionen in verschiedenen Szenarien an. All dies findest du am Ende in der Linkliste.
Für die Kompensation lässt sich wiederum eine ganze Palette an Anbietern und Projekten finden. Manche der oben genannten Rechner bieten gleich eine Auswahl an Projekten an. Diese unterscheiden sich zum Teil sehr: Von Unterstützung beim Erwerb effizienterer Kochstellen oder Wiederaufforstung im globalen Süden bis hin zur Wiedervernässung von Mooren in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ist fast alles möglich.

Auf der Mitgliederversammlung
Von den 40 Delegierten konnten 31 befragt werden. Diese fuhren insgesamt fast 22000 km für Hin- und Rückweg mit einem Durchschnittswert von 707 km für die Gesamtstrecke. Bei der Wahl des Verkehrsmittels liegen Auto (24 von 62 Fahrten) und ICE (23) und fast gleichauf an der Spitze, gefolgt von ÖPNV (15). Dabei ist es wichtig, anzumerken, dass im Schnitt in jedem Auto 2,8 Personen saßen. Mit einer Ausnahme wollten alle ihre Emissionen kompensieren lassen; gaben teilweise noch einen kleinen Bonus zusätzlich. Den gemeinsam verursachten Emissionen (ca. 1,4 t CO2e) konnten daher komplett kompensiert werden.

Weiterführende Links und Quellen
[1] „quarks & co“: CO2-Emissionsrechner für Reisen
https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/co2-rechner-fuer-auto-flugzeug-und-co/
[2] Allianz pro Schiene zu Elektrifizierung des deutschen Schienennetzes:
https://www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressemitteilungen/elektrifizierungs-programm-fuers-deutsche-schienennetz/
[3] Umweltbundesamt: CO2-Emissionsrechner für fast alles
https://uba.co2-rechner.de
[4] myclimate: CO2-Emissionsrechner und Übersicht über geeignete Projekte für Spenden
https://co2.myclimate.org
[5] Atmosfair: CO2-Emissionsrechner und Kompensationsangebot
https://www.atmosfair.de
[6] moorfutures: Wiedervernässung von Mooren in Norddeutschland
https://www.moorfutures.de

Der Berg ruft: Moin! Über’s Losgehen und Ankommen

Der Weg auf den Gipfel DSC01018-4.jpg Der Berg ruft! Fichtenschlucht Jurte in der Nacht

Im Herbst 2019 fuhr der Pfadfinderbund Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 20 Sippenführer*innen und deren Sippen in die Ammergauer Alpen nach Bayern. Nach einer einwöchigen Sternfahrt trafen sich die Sippen in Unterammergau zu einem gemeinsamen Lager. Der Höhepunkt der letzten Tage im Süden Deutschlands war die Besteigung des Teufelstättkopfs (1758 m). Milán war an der über einjährigen Planung der Sternfahrt ihres Bundes beteiligt, die für sie gleichzeitig die letzte Herbstfahrt ihrer Sippe darstellt und somit auch den Abschied als Sippenleiterin. Ihre Erlebnisse von dieser für sie doppelt besonderen Fahrt berichtet sie.


Es ist Donnerstag und wir kommen an. Nicht, wie wir abends an einen Platz kommen und diesen als Nachtlager wählen. Auch nicht, wie die Ankunft nach einer Fahrt am heimischen Bahnhof. Es ist irgendetwas dazwischen.
Nach einer Woche Herbstfahrt treten wir in Unterammergau auf eine große Wiese. Schon von Weitem blitzen die blauen Takelblusen zwischen den Bergen hervor und Stimmen wuseln durch die Luft. Alle, die in den letzten sieben Tagen hier unterwegs waren, hatten ein Ziel: die Kuhweide im Süden der Stadt. Auf dem Kopf trage ich eine Kiste mit unseren letzten Einkäufen, die Kluft ist noch nass vom dauernden Regen. Die Wolken liegen in diesem Tal, wie in einem gemütlichen Bett und bequemen sich nur selten dazu, weiter zu ziehen.
Aber jetzt: Ankommen. Leute wiedersehen. Aufgeregt Geschichten austauschen. Weiterhuschen und dreckige Schienbeine vergleichen. Zwischendurch die Jurten und Kohten aufbauen. Dann mit mehr als neunzig Leuten in den Wald und Feuerholz knacken. Ohrwürmer verbreiten. Jodeln lernen.

Wir sind Küstenkinder und kennen den Geruch des Brackwassers und das Kreischen der Möwen. Die Berge hier sind aufregend und anders. Vielleicht nicht neu, doch unentdeckt. Deshalb verbindet die meisten Gespräche des Abends ein Thema: der Aufstieg des morgigen Tages. Ich sitze in der Runde und erinnere mich, wie die Idee vor ziemlich genau einem Jahr entstand; schaue zurück auf die Planungsphase und kann kaum fassen, wie schnell die Zeit doch wieder fliegt. Diskussionen über den Berg, den Platz, die vorangehende Fahrt und das Ausbildungslager liegen hinter uns und jetzt sitzen wir hier, die Sonne geht wieder fünf Minuten früher unter als gestern und die kühle Nacht hüllt die Landschaft um uns in tiefes Blau.

Der Morgen beginnt früher als meine letzten Tage. Auf den Bahnen liegt der Tau der letzten Stunden und langsam zieht sich der Nebel stückchenweise aus den Bergen. Die Ersten zerknautschten Gesichter räkeln sich aus den Schlafsäcken, es wird Kaffee gekocht und Aufstriche werden ausgekratzt. Nach dem Frühstück geht es los. Durch eine Schlucht wandern wir immer weiter hoch in die Berge. Der Regen der vergangenen Tage strömt in zig Wasserfällen, Bächen und Rinnsalen zwischen den Felsen hervor. Manchmal ist es so laut, dass man seine eigene Stimme nicht hören kann, an anderen Stellen fließt das Wasser ruhig, sodass man einige Schlucke zu fassen bekommt.

Wir haben wieder einmal ein riesiges Glück. Nach Tagen, in denen die Landschaft grau und vernebelt war, strahlt heute die Sonne als gleißender Ball am blauen Himmel. Trockene Füße — Hallelujah! Das Wetter lässt uns die Höhenmeter ein bisschen einfacher überwinden. Jetzt auf einem breiten Weg angekommen, wandern die Sippen dem Teufelstättkopf entgegen. Während wir gehen, hören wir von weiter vorne die anderen singen:
„… Ob er aber über Oberammergau, oder aber über Unterammergau, oder aber überhaupt nicht kommt…“ Wir summen mit und sparen uns unseren Atem für den Aufstieg.
Der Weg wird schmaler und steiler, irgendwann besteht er fast nur noch aus Geröll und Wurzeln. Der Boden ist schlammig von den vielen Fußspuren und ich muss mich immer öfter an Vorsprüngen festklammern. Jetzt sind wir auf dem Pass angekommen, ich weiß, dass es nicht mehr weit ist.

Langsam merke ich deutlicher, dass ich solche Höhen nicht unbedingt gewöhnt bin. Mein norddeutsches Flachland-Herz schlägt jedes Mal ein bisschen schneller, wenn ich aus Versehen zu lange mit dem Blick in der Tiefe verweile. Dann kralle ich mich noch ein wenig mehr am Fels fest und versuche, schnell weiter zu klettern. Der Gipfel kann nicht mehr weit sein. Kurz bevor wir ankommen, sehe ich mich doch noch einmal um. Sehe Leute, die schon ums Gipfelkreuz klettern und jodeln, sehe diejenigen, die noch hinter mir kommen. Manche Gesichter wirken erschöpft, andere wild entschlossen. Wieder andere strahlen im Wissen, es gleich geschafft zu haben.
„Es ist schon etwas Besonderes, was wir hier machen“, denke ich.
Kurz vor der Spitze setzen wir uns in eine kleine Senke. Jemand findet eine Gitarre und wir setzen uns in der Sippe in eine kleine Runde. Es ist schön, noch einmal gemeinsam zusammen zu kommen und zu realisieren, dass wir es jetzt alle geschafft haben. Wir singen „Tanzen die Dohlen“ und für mich hat sich das Lied nie passender angefühlt.
Und dann die letzten Meter: Bis nach ganz oben führt nur ein Drahtseil. Als ich den letzten Schritt auf den Gipfel mache, zittern meine Beine etwas und ich halte mich gut an den Händen meiner Freunde fest. Irgendwie schaffe ich es, meinen Blick schweifen zu lassen. Unter mir fliegt ein Vogel um den Berg, ich kann den Weg sehen, den wir kurz vorher gekommen sind. Auf der anderen Seite sehe ich die Alpen wachsen, kann Schneekuppen erkennen. Die Landschaft verblaut, je weiter sie in der Ferne liegt und der Horizont ist plötzlich so weit, dass ich mich doch ein bisschen wie am Meer fühle.
Wir knoten ein rotes Bändchen an einen Arm des Gipfelkreuzes. Es flattert im Wind zusammen mit den Bändern, die die anderen Sippen vor uns befestigt haben.
Als ich wieder nach unten klettere, greifen gleich mehrere Hände nach mir, geben mir Halt und stützen mich. Ich lache in Erleichterung.
Wir sind wieder angekommen.

 

DPV goLd

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Im Sommer kommenden Jahres feiern wir unseren goLdenen Geburtstag – 50 Jahre DPV.
50 (oder römisch: L) Jahre – da kann man schon mal die Sau rauslassen.

Und genau das wollen wir auch tun: mit einem Lager mit viel Spaß, auf jeden Fall GoLd, Gesang, Konfetti, kulinarischen Genussexplosionen, guten Freunden, natürlich auf Burg Ludwigstein und ach ja: in goLd – und selbstverständlich mit Dir!

Die Sause wird vom 11.-13. September 2020 stattfinden – ein Termin, den man sich auf alle Fälle im Kalender vormerken sollte! – und die Planungen laufen schon auf Hochtouren. Es werden Tage, in denen sich kurzweiliges Programm, ausschweifende Festlichkeiten, Begegnung, Spaß und Feuerwerk in dichtem Takt abwechseln – natürlich mit allen Freiheiten: Wähle zwischen verschiedenen Anreisemöglichkeiten oder ob dir z.B. ein Chinesischer Kochkurs oder – was weiß ich – der Bau einer goLdenen Pionier-Hüpfburg mehr zusagt.
Da wird jeder auf seine Kosten kommen!

Bist du dabei?
Dann sehen wir uns…

Wann: 11.-13. September 2020

Wo: Jugendburg Ludwigstein in Hessen

Was: DPV goLd

Wer: Alle (Gruppenleiter/Führungsebene)

Wie: mit ganz viel goLd!!!

Das gibt’s (bei uns) doch gar nicht!? Warum der offensive Umgang mit dem Thema sexualisierte Gewalt so wichtig ist: Der DPV gibt sich ein Interventionskonzept.

Sexualisierte Gewalt – insbesondere, aber nicht nur – gegenüber Kindern und Jugendlichen ist kein Phänomen bedauerlicher Einzelfälle, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Diese bittere Erkenntnis hat sich spätestens seit den Enthüllungen um den jahrzehntelangen systematischen Missbrauch von Internatsschülern und -schülerinnen der Odenwaldschule 2010[1] und dem seither regelmäßigen Bekanntwerden immer neuer Missbrauchsskandale in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen durchgesetzt. Für die Pfadfinder*innenbünde im DPV steckt darin die so simple wie schwer auszuhaltende Botschaft: Wir sind Teil dieser Gesellschaft, es betrifft auch unsere Arbeit! Als Konsequenz daraus rief der DPV 2016 das Präventionsnetzwerk ins Leben, einen Zusammenschluss von (ehrenamtlichen) Experten*innen aus allen Mitgliedsbünden. Gemeinsam erarbeitete das Netzwerk das Interventionskonzept für Fälle sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch auf Verbandsveranstaltungen, das im September 2018 von der Mitgliederversammlung beschlossen und auf der gemeinsamen Sippenaktion „Goldader – Don Oro lädt ein“ im Mai 2019 zum ersten Mal umgesetzt wurde. In diesem Artikel möchte ich die von uns ergriffenen Maßnahmen vor dem Hintergrund der Bedeutung des Themas für die Arbeit im DPV beleuchten.

Grenzverletzung, Übergriff, Missbrauch – worum geht es eigentlich genau?

Bei dem Thema sexualisierte Gewalt drohen gerade im pädagogischen Kontext Grenzen zu verschwimmen. Klare Begriffsdefinitionen sind ein erster Schritt für einen angemessenen Umgang damit, der weder von Hysterie noch von Relativierung geleitet ist.[2] weiterlesen „Das gibt’s (bei uns) doch gar nicht!? Warum der offensive Umgang mit dem Thema sexualisierte Gewalt so wichtig ist: Der DPV gibt sich ein Interventionskonzept.“

Am 20.9. ist der nächste globale Klimastreik. Pfadfinder*innen berichten, warum sie es wichtig finden, für das Klima zu demonstrieren

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[Fotos: Flora Lamberty, Fridays for Future-Demos in Bonn]

Warum Pfadfinder*innen bei den Fridays for Future-Demos mitdemonstrieren:

Seit Dezember 2018 werden weltweit jeden Freitag für den Klima gestreikt. Am ersten globalen Protesttag am 15. März 2019 nahmen deutschlandweit 300.000 Menschen teil, laut Fridays for Future. Am 20. September findet der nächste globale Klimastreik in über 220 Städten statt.

Verschiedene Pfadfinder*innen erklären, warum sie mit demonstrieren:

Judith: „Hey, ich bin die Judith, werde im Sommer 16 Jahre alt und bin jetzt fast mit der Schule fertig. Danach möchte ich eine Ausbildung beginnen.

Ich bin jetzt seit ca. 6 Jahren Pfadfinderin und bin davor auch oft und sehr gerne draußen im Wald unterwegs gewesen. Ich habe mich schon immer für die Natur interessiert oder gerne dort gespielt. Seit Februar 2019 gehe ich regelmäßig auf die Fridays for Future-Demos.

Um auf die Frage „Warum ist es wichtig als Pfadfinder zu den Fridays for Future-Demos zu gehen?“ einzugehen: Ich finde es einfach super wichtig, weil ich weiterhin schöne Fahrten, Lager oder auch Wanderungen durch noch unberührte Natur unternehmen möchte. Ich möchte weiterhin mit der Natur leben und sie kennenlernen, ohne das sie vollkommen abgestorben ist.

Außerdem möchte ich es meinen Kindern irgendwann ermöglichen auch diese Erlebnisse, die man als Pfadfinder hat, zu erleben.

Es gibt nur diese eine Welt und wir müssen uns für sie einsetzen.“ weiterlesen „Am 20.9. ist der nächste globale Klimastreik. Pfadfinder*innen berichten, warum sie es wichtig finden, für das Klima zu demonstrieren“

Achtung! Don Oro hat sich als Pfadfinder verkleidet

„Hast du schon gehört? Es wurde Gold gefunden, in New Hameln Creek! Don Oro hat alle Pfadfinder eingeladen, mit ihm und für ihn Gold zu schürfen – es winken Gold und Reichtum für alle“
Viel mehr wussten unsere 1000 Teilnehmenden nicht, als sie sich für das Himmelfahrtswochenende aus dem ganzen Bundesgebiet auf den Weg nach Hameln machten. Mit Spaten und Spitzhacke, Hut und Halstuch und einer großen Portion Mut und Vorfreude ausgestattet, ahnten die jungen Goldgräber und Goldgräberinnen noch nicht, dass sie es alsbald mehr mit korrupten Großgrundbesitzern und Banditen zu tun bekämen, als mit dem versprochenen Goldrausch, von dem jeder von ihnen hatte profitieren sollen. Aber der Reihe nach….

Wie alles begann…

Im September 2016 beschloss der DPV, dass es wieder eine Aktion für Sippen geben solle. So saßen vor über 2 Jahren die (noch recht überschaubare Zahl an) Planer*innen bei ihrem ersten Treffen beisammen und wählten in einer heiß umkämpften Abstimmung das Thema Goldgräber aus. Ob ein anderes Thema auch so gut bei den Teilnehmenden angekommen wäre? Vielleicht finden wir es bei einer nächsten Sippenaktion heraus, wenn die Teilnehmenden dann nicht nach Gold schürfen sondern gegen Götter kämpfen oder die Weiten der Ozeane vor den Piraten schützen müssen. Sobald das Thema feststand, wuchs der Planungskreis zusehends und um das zentrale Thema wurde eine ganze Spielgeschichte geschrieben in der nicht jeder war, wofür er sich ausgab. Don Oro als Besitzer der Goldmine und Vater eines großen Familienclans war schon immer dabei, auf welcher Seite er letztlich stehen sollte, war lange umstritten. Die größte Herausforderung war dabei, die einzelnen Geländespiele und die sich immer weiter und komplexer werdende Geschichte mit einem roten Faden zu verbinden.
5 Wochenend-Planungstreffen, 24 Telefonkonferenzstunden, unzählige E-Mails und lange Planungsdokumente und unendliche WhatsApp Nachrichten später war es dann so weit: Die Sippenaktion „Goldader – Don Oro lädt ein“ startete 6 Tage vor Himmelfahrt mit dem Aufbaulager und wir konnten langsam erahnen, was in den letzten Jahren alles auf den Weg gebracht worden war und nun kurz davor stand, Wirklichkeit zu werden. Die 170 Helfer*innen unternahmen einiges, um aus einer grünen Wiese am Rande von Hameln den Ort zu schaffen, auf den die Teilnehmer*innen sich als New Hameln Creek freuten: Auf dem 4 Hektar großen Platz wurden die 11 Unterlager abgesteckt, 50 Jurten aufgebaut, eine lange Waschstraße gebastelt, unzählige Löcher für Holzbauten in den sehr lehmigen Boden gedreht, der Saloon in Form einer Jurtenburg und die Bank von New Hameln Creek errichtet… weiterlesen „Achtung! Don Oro hat sich als Pfadfinder verkleidet“

Beat prepared! Das schall&rauch hat das Format Festival für bündische Gruppen erprobt – erfolgreich.

Es johlt und grölt im Zentrum Pfadfinden bei Immenhausen, aus zirka anderthalbtausend bündischen Kehlen tut es das, und zwar nach Leibeskräften. Da isses nun also, das schall&rauch, die Festivität von und für Jugendbewegte verschiedenster Couleur mit oder ohne Anhang. Die Konturen der engagiert tanzenden Grüppchen verläuft exakt entlang der Schattengrenzen, die die umliegenden Bäume werfen. Besonders widerstandsfähige Gestalten verausgaben sich in der prallen Hitze genau vor der Bühne, auf der Slightly Rude mit ihrem Programm keine Atempause lassen. Schweiß spritzt von Stirnen, irgendjemand sprüht mit sonem zwei-Liter-Drucksprüher, ursprünglich wohl für den Gummibaum im Büro, die zappelnde Menge nass. Die fürchten sich tatsächlich vor nichts, diese besonders widerstandsfähigen Gestalten, denke ich und schiebe die anerkennende Unterlippe vor. Die Sonne ballert schonungslos, vampiresk verstecke ich mich vor ihr in der Zirkusjurte. Unfassbar: Davor verheddern sich ölige Körper mit hochroten Köpfen in einem Vertikaltuch und probieren vermutlich, sexy zu sein. Jemand pfundiges hat daneben ein kleines Kinderplanschbecken aufgeblasen und mit Wasser befüllt, da stehen ein paar Leute dicht an dicht drin und gönnen schweigend ihren Füßen eine Abkühlung. Ein bisschen dümmlich sieht das schon aus, keine Frage, aber ich mache sofort mit. Meine tanzgebeutelten Gliedmaßen danken es mir. Immerhin müssen sie sich auf noch ne Menge Beutelei verschiedenster Sorte einstellen: Berlin Boom Orchestra: Abzappeln. Element of Crime (Wirklich. Oah. Sie sind ehrlich wirklich hier. Herrschaftszeiten.): Anhimmeln und schunkeln. Polkageist: Hüpfen und rempeln, Schlagsaite, Dunkelbunt, Lüül, nur, um einige zu nennen! Sachte mache ich meinen Gliedmaßen klar, dass ich von ihnen auch angemessenes Abstampfen beim nächtlichen Technoset erwarte. Und wer weiß, ob nicht noch der ein oder andere Film im Fahrradkino erstrampelt wird! Ja genau, liebe Leserin, lieber Leser: Unter „den ein oder anderen Film im Fahrradkino erstrampeln“  versteht sich genau das, was du dir höchstwahrscheinlich gerade vorstellst. weiterlesen „Beat prepared! Das schall&rauch hat das Format Festival für bündische Gruppen erprobt – erfolgreich.“

Die politische Stimme von Pfadfindern*innen

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Seit Herbst 2016 ist der DPV Mitglied im Deutschen Bundesjugendring (DBJR). Aber was ist das eigentlich? Der Bundesjugendring ist die Interessensvertretung von insgesamt sechs Millionen Kindern und Jugendlichen, die in Verbänden organisiert sind, d.h. der Bundesjugendring möchte die Stimme der Kinder und Jugendlichen in die Politik hinein sein. Andere Pfadfinder*innen-Gruppen sind die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), der Verband christlicher Pfadfinder (VCP) und der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) – den viele von euch ja von „schall&rauch“ kennen. Andere Gruppen sind beispielsweise die Deutsche Chorjugend, die Naturfreundejugend, die Falken und die verschiedenen Landesjugendringe.

Und was macht man so als Interessensvertretung? Mehrmals im Jahr gibt es verschiedene Sitzungen, wo Vertreter*innen der Verbände zusammenkommen und gemeinsame Positionen verhandeln. Außerdem werden Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen gebildet. Beispielsweise positioniert sich der Bundesjugendring klar pro-europäisch und sagt: „Europa ist für uns junge Menschen kein Projekt mehr, sondern eine Lebensrealität. […] Dafür brauchen wir auch weiterhin ein starkes, demokratisches und solidarisches Europa.“ Beim Thema Klimapolitik stellt sich der Bundesjugendring hinter die Fridays for Future-Bewegung und fordert die sofortige Bremsung des Klimawandels. Auch setzt sich der Bundesjugendring für die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz ein. Das sind nur drei von vielen verschiedenen Positionen, die der Bundesjugendring zum Beispiel durch Kampagnen und Gespräche mit Entscheidungsträger*innen aus Politik und Gesellschaft voranzutreiben versucht. weiterlesen „Die politische Stimme von Pfadfindern*innen“

Nicht nur Gold im Eimer – Die DPV Sippenaktion 2019

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Die letzten Tage sind rückblickend gesehen wie ein Traum. Anfangs war ich mir noch gar nicht so sicher, was mich alles erwarten wird und einen gefühlten Wimpernschlag später klingelt mein Wecker und ich muss wieder zur Uni los. Zusammengefasst: Das war der Hammer!

Mittwochabend treffen wir auf dem Lagerplatz “New Hameln Creek” ein und keine zwei Schritte später quatscht mich eine mir völlig fremde Pfadfinderin eines mir völlig fremden Bundes an und beredet mit mir die Parksituation. Pfadfinderfeeling: Check. Nach der Anmeldung auf dem Platz teilen sich 14 Rotmilane auf in ihre Unterlager. Auf dem Lagerplatz befinden sich um eine große Wiese herum sechs Unterlager für die angereisten Goldschürfer*innen und ein riesiger Saloon, der in den künftigen Tagen den gängigen Abendtreff darstellt. Das siebte Unterlager “Ghost City” ist den teilnehmenden Helfern vorbehalten. Davon haben wir fünf mitgebracht und nachdem wir unter Umständen ein bisschen was an Jurtenmaterial daheim liegen gelassen haben, bauen wir dennoch erstmal unsere Kothe auf. Gleich darauf helfen wir noch anderen Gruppen, ihre Zelte aufzubauen und stellen den ersten großen Unterschied zwischen uns und gefühlt dem Rest der deutschen Pfadfinderschaft fest: Kothen mit nur einer Zeltstange. Das ist bei anderen Bünden derart unüblich, dass wir häufiger Mal unseren Senf zu eben diesem Problem abgeben müssen. Gibt es heute Abend wohl noch was spannendes? Wissen wir nicht, also erstmal was zu Essen suchen. Es ist Reis mit Tomatensoße. Mir ist im ersten Moment zwar nicht klar, wer auf diese komische Idee kam, aber instantan kommen mir die grausigen Bilder des Essens der letzten DPV-Aktion in den Kopf. Es schaudert mir bei dem Gedanken und vor allem bei den ersten Löffeln des mir vorgesetzten Gerichts. Egal, denke ich mir und ziehe mir in vollem Genuss endlich zwei riesige Portionen rein. Jetzt erstmal schlafen und den Lagerplatz vollständig erst bei Sonnenlicht betrachten. Bisher habe ich das Gefühl, dass doch gar nicht mal so viele Leute hier sind. weiterlesen „Nicht nur Gold im Eimer – Die DPV Sippenaktion 2019“

Neues Förderprogramm der Europäischen Union

Das Europäische Solidaritätskorps ist das neue Förderprogramm der Europäischen Union. Junge Menschen können sich in Projekten im eigenen Land oder im Ausland engagieren. Diese Projekte kommen Menschen in ganz Europa zugute. Das geht z. B. in Freiwilligenprojekten, aber auch in Jobs und Praktika oder aber in Solidaritätsprojekten. Der erste Schritt, um mitzumachen, ist eine Registrierung im ESK Portal: www.europa.eu/youth/solidarity_de

Mehr Infos findet ihr hier im Flyer: Infoflyer-Solidaritätsprojekte