Das gibt’s (bei uns) doch gar nicht!? Warum der offensive Umgang mit dem Thema sexualisierte Gewalt so wichtig ist: Der DPV gibt sich ein Interventionskonzept.

Sexualisierte Gewalt – insbesondere, aber nicht nur – gegenüber Kindern und Jugendlichen ist kein Phänomen bedauerlicher Einzelfälle, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Diese bittere Erkenntnis hat sich spätestens seit den Enthüllungen um den jahrzehntelangen systematischen Missbrauch von Internatsschülern und -schülerinnen der Odenwaldschule 2010[1] und dem seither regelmäßigen Bekanntwerden immer neuer Missbrauchsskandale in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen durchgesetzt. Für die Pfadfinder*innenbünde im DPV steckt darin die so simple wie schwer auszuhaltende Botschaft: Wir sind Teil dieser Gesellschaft, es betrifft auch unsere Arbeit! Als Konsequenz daraus rief der DPV 2016 das Präventionsnetzwerk ins Leben, einen Zusammenschluss von (ehrenamtlichen) Experten*innen aus allen Mitgliedsbünden. Gemeinsam erarbeitete das Netzwerk das Interventionskonzept für Fälle sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch auf Verbandsveranstaltungen, das im September 2018 von der Mitgliederversammlung beschlossen und auf der gemeinsamen Sippenaktion „Goldader – Don Oro lädt ein“ im Mai 2019 zum ersten Mal umgesetzt wurde. In diesem Artikel möchte ich die von uns ergriffenen Maßnahmen vor dem Hintergrund der Bedeutung des Themas für die Arbeit im DPV beleuchten.

Grenzverletzung, Übergriff, Missbrauch – worum geht es eigentlich genau?

Bei dem Thema sexualisierte Gewalt drohen gerade im pädagogischen Kontext Grenzen zu verschwimmen. Klare Begriffsdefinitionen sind ein erster Schritt für einen angemessenen Umgang damit, der weder von Hysterie noch von Relativierung geleitet ist.[2] weiterlesen „Das gibt’s (bei uns) doch gar nicht!? Warum der offensive Umgang mit dem Thema sexualisierte Gewalt so wichtig ist: Der DPV gibt sich ein Interventionskonzept.“

Die politische Stimme von Pfadfindern*innen

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Seit Herbst 2016 ist der DPV Mitglied im Deutschen Bundesjugendring (DBJR). Aber was ist das eigentlich? Der Bundesjugendring ist die Interessensvertretung von insgesamt sechs Millionen Kindern und Jugendlichen, die in Verbänden organisiert sind, d.h. der Bundesjugendring möchte die Stimme der Kinder und Jugendlichen in die Politik hinein sein. Andere Pfadfinder*innen-Gruppen sind die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), der Verband christlicher Pfadfinder (VCP) und der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) – den viele von euch ja von „schall&rauch“ kennen. Andere Gruppen sind beispielsweise die Deutsche Chorjugend, die Naturfreundejugend, die Falken und die verschiedenen Landesjugendringe.

Und was macht man so als Interessensvertretung? Mehrmals im Jahr gibt es verschiedene Sitzungen, wo Vertreter*innen der Verbände zusammenkommen und gemeinsame Positionen verhandeln. Außerdem werden Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen gebildet. Beispielsweise positioniert sich der Bundesjugendring klar pro-europäisch und sagt: „Europa ist für uns junge Menschen kein Projekt mehr, sondern eine Lebensrealität. […] Dafür brauchen wir auch weiterhin ein starkes, demokratisches und solidarisches Europa.“ Beim Thema Klimapolitik stellt sich der Bundesjugendring hinter die Fridays for Future-Bewegung und fordert die sofortige Bremsung des Klimawandels. Auch setzt sich der Bundesjugendring für die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz ein. Das sind nur drei von vielen verschiedenen Positionen, die der Bundesjugendring zum Beispiel durch Kampagnen und Gespräche mit Entscheidungsträger*innen aus Politik und Gesellschaft voranzutreiben versucht. weiterlesen „Die politische Stimme von Pfadfindern*innen“

1000 Pfadfinder*innen kommen in New Hameln Creek an

Heute ist es endlich soweit: Pfadfinder*innen aus ganz Deutschland treffen in New Hameln Creek ein, um Don Oro beim Goldschürfen zu unterstützen und dabei selbt ein Vermögen zu machen. Der Goldrausch hat alle erfasst, doch beunruhigende Neugikeiten werfen ihre Schatten voraus. War die Euphorie vielleicht doch verfrüht? Was führt der möchtige Don Oro wirklich im Schilde? Die Teilnehmer*innen der DPV-Sippenaktion werden sich die Antwort auf die Fragen in den nächsten Tagen erarbeiten und erspielen. Wir freuen uns auf ein großartiges Wochenende!

Und so berichtet die lokale Presse über unsere Sippenaktion.

youcoN 2019 – Komm mit auf die Insel!

Nachhaltigem pfadfinderischen Handeln widmen wir im DPV in jüngerer Zeit besondere Aufmerksamkeit. Jetzt hast du die Gelegenheit, einen Blick über den pfadfinderischen Tellerrand zu werfen. Alle Pfadfinder*innen sind herzlich zur youcoN eingeladen. Hier ein Auszug aus dem Einladungstext:

„Zukunft, Nachhaltigkeit, Bildung, Gerechtigkeit – Hast du auch keine Lust mehr zu diskutieren, ob etwas getan werden muss? Willst du stattdessen tatkräftig anpacken, handfeste Ideen entwickeln und zwar mit Gleichgesinnten, die genauso motiviert sind etwas zu verändern wie du?

Dann melde dich noch heute zur youcoN 2019 an!

Die youcoN ist eine Jugendkonferenz und für alle Interessierten im Alter zwischen 14 und 27 Jahren offen. Sie findet dieses Jahr vom 29.05 – 02.06 auf Rügen statt und das Motto lautet: Wir.L(i)eben.Zukunft!

 Alles auf einen Blick

Anmeldung?                    Auf unserer Webseite findest du den Link zum Anmeldeformular: https://youpan..de/youcon2019/ Dort kannst du dich bis zum 15.04. anmelden – allerdings sind die Plätze begrenzt.

Wann?                              29.05. bis 02.06.19

Wo?                                  Ostseebad Binz (Insel Rügen)

Wer?                                 Junge Menschen im Alter von 14-27 Jahren, die sich über ihre Ideen für eine nachhaltige, zukunftsfähige Bildung mit anderen austauschen, ihre Meinung sagen und etwas ändern wollen.

Kosten?                            Keine. Wir zahlen Anreise, Verpflegung und Unterkunft.

Mehr Infos?                      www.youpan.de

Monstersause: DPV trifft BdP

Das jährliche Treffen der Bundesführer*innen unseres Verbandes (DPV) fand am Wochenende zusammen mit dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) in Immenhausen statt. Die Vorbereitung des Schall & Rauch Festivals nahm dabei natürlich besonderen Raum ein. Es wird die erste Großveranstaltung, die BdP und DPV gemeinsam umsetzen und darüber hinaus auch das erste Pfadfinder*innen-Musikfestival in Deutschland überhaupt!

Vieles ist in Bewegung in unserem Verband! Die Themen unserer Bundesführer*innen zeigen es: Eine Sippenaktion für 1000 Teilnehmer*innen findet im Mai in Hameln statt. 2020 feiert der DPV goLdenes Jubiläum. Im September wird der vielleicht jüngste Vorstand des DPV gewählt. Wie bringen wir uns als Pfadfinder*innen in Jugenpolitik ein? ‚Umgang mit Sexualität‘, ‚Awareness‘, ‚Prävention‘, ‚Selbstverständlichkeiten im Umgang miteinander‘ – für den Schutz und die freie Entfaltungsmöglichkeit jedes*r Einzelnen setzt sich der DPV in Zukunft auf seinen Veranstaltungen noch stärker ein. „Pfadfinder*innen kümmern sich doch immer um den Schutz der Natur“ – oder? Wie einfach das manchmal sein kann, zeigte der Nachhaltigkeitsarbeitskreis ‚DPV 3000‘: Für alle Teilnehmer*innen wurden Zahnpasta, Shampoo und Duschgel auf nachhaltige Art und Weise selbst gemacht. So kannst du es nachmachen – zum Beispiel auf deinem nächsten Heimabend.

Der regelmäßige Austausch mit dem BdP ist zu einer festen Größe unserer Verbandsarbeit geworden. Die schöne Arbeitsatmosphäre, die geteilten Vorstellungen von Fahrt & Lager, die gemeinsam entwickelten Ideen zeigen: Diese Zusammenarbeit hat Zukunft!

Daily Star: Neueste Nachrichten von Don Oro!

Howdy, liebe Goldgräberinnen und Goldgräber!

Wie geht’s wie steht’s?

Die letzten Vorbereitungen für die große Aktion in Hameln Creek laufen auf Hochtouren.

Nun gibt es für euch noch weitere reißende Informationen.

Alles was ihr zur Vorbereitung und an Informationen braucht, verbirgt sich hinter diesem Link.

Sollte es trotz der gesamten Informationsfülle noch Fragen geben, könnt ihr euch gerne an eure Bundesführer wenden oder mich ansprechen.

Greetings from Hameln south-west,

Euer Don Oro!

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Eine Vision für eine nachhaltige Zukunft: DPV 3000!

„Nachhaltigkeit soll im DPV zu einem zentralen Thema werden!“ Die Bundesführer*innen erarbeiteten mit dem neuen Vorstand auf der Zukunftswerkstatt im März 2017 eine Richtung für die gemeinsame Arbeit der nächsten Jahre: Nachhaltigkeit sollte ins Zentrum der Zusammenarbeit im DPV gerückt werden. Seit dem hat sich schon einiges getan. Unter dem vorläufigen Namen „DPV goes green“ gründete sich ein Arbeitskreis, der sich im Juni im Seminarhaus in Wolfshausen bei Marburg nun bereits zum zweiten Mal traf.

Anders als bei der Planung von zum Beispiel Fahrten oder Lagern, in der wir Pfadfinder*innen doch auf einige Routinen zurückgreifen können, stellten sich uns bei der Beschäftigung mit Nachhaltigkeit erstmal einige grundsätzliche Fragen.

Wir fingen also ganz am Anfang an: Was bedeutet eigentlich der Begriff Nachhaltigkeit für uns? Schon bei unserer ersten Frage stellten wir fest, dass wir mit unseren Überlegungen nah an der gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung waren: Für den Begriff gibt es auch unter Experten keine einheitliche Definition. Uns wurde bewusst, dass wir mit dem bisherigen Namen des Arbeitskreises „DPV goes green“ nur einen Bereich eines komplexen Themas beleuchteten. Wir entschieden uns daher, das Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung als Grundlage für unseren Arbeitskreis zu nutzen. Das Modell geht davon aus, dass es drei eng miteinander in Beziehung stehende Bereiche (oder eben „Säulen“) von nachhaltiger Entwicklung gibt: Ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit.

Von Felix Müller – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36374337

Wie aktuell die Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung auf diesen drei Ebenen ist, unterstrichen die Vereinten Nationen, die 2015 einstimmig ihre 17 „Sustainable Development Goals“ (kurz: SDGs; dt. Nachhaltikeitsentwicklungsziele) beschlossen. Zu geringe Ambitionen kann man dieser – völkerrechtlich jedoch nicht bindenden – Absichtserklärung nicht unterstellen. So soll es bis 2030 weltweit keine extreme Armut und Mangelernährung mehr geben, eine inklusive Entwicklung in Ökonomie und Gesellschaft mit einem nachhaltigen Konsumverhalten soll gewährleistet und dringende Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel sollen umgesetzt werden. Nicht erst wenn ein US-Präsident den Ausstieg aus dem weltweiten Klimaschutzabkommen erklärt oder das Kraftfahrt-Bundesamt per Brief 1,5 Millionen Fahrer*innen von Dieselautos dazu aufruft ihre Wagen zu verschrotten und dafür neue zu kaufen, anstatt sie nachzurüsten und noch viele Jahre weiterzunutzen, wird deutlich, dass die Erreichung einer tatsächlich nachhaltigen Entwicklung nicht durch Entscheidungen auf höchster Ebene erreichbar ist, sondern bei jedem*r Einzelnen anfängt.

Was ist unsere Vision? DPV 3000!

Klima-Experten werden nicht müde, über die Medien immer wieder die dramatischen Folgen auszumalen, die der Klimawandel haben wird, wenn wir nicht bald aktiv werden. Solche Voraussagen rütteln natürlich wach – zumal sie durchaus realistisch sein könnten. Das Problem an ihnen ist jedoch: Sie sind so groß, dass ein einzelner Mensch oft nicht weiß, wo er alleine anfangen soll. Und sie sind so dramatisch und einschüchternd, dass der Mensch sie lieber verdrängt, als sich mit Alternativen für das eigene Handeln zu beschäftigen. Dabei ist es gerade das Handeln jedes einzelnen Menschen, das über unsere Zukunft entscheidet. Aber eine Vorstellung von Zielen in der Zukunft brauchen wir, um eine Richtung für die nächsten Schritte zu wählen. Wir stellen den dystopischen Szenarien deshalb unsere Vision von einem Verbandsjubiläum im Jahr 3000 gegenüber. Was können wir als Pfadfinder*innen heute dazu beitragen, damit auch in ferner Zukunft die Kinder und Jugendlichen als freie und gesunde Menschen in einer vielfältigen und wilden Natur Abenteuer auf Fahrt und Lager erleben können? Diese Vision haben wir als Leitgedanken zum Namen unseres Arbeitskreises gemacht: Mit verantwortungsbewusstem Handeln werden wir zu einflussreichen Akteuren für eine nachhaltige Zukunft.

Was können wir als DPV also zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen? Bildung für nachhaltige Entwicklung anbieten! Der rücksichtsvolle und verantwortungsbewusste Umgang mit der (sozialen und ökologischen) Umwelt und das Engagement für die Gestaltung von Gemeinschaften sind Grundpfeiler des Pfadfinder*inseins. Entweder könnte man an dieser Stelle anfangen zu hinterfragen, wie gut oder konsequent wir diese Grundpfeiler eigentlich in unserem Pfadileben umsetzen und in unser Leben abseits der Pfadfinder übertragen – wenn wir zum Beispiel mit dem Billigflieger nach Südosteuropa auf Großfahrt fliegen, weil dort die Preise so schön niedrig sind oder wenn wir für’s Grillen mit Freunden doch mal wieder zur Familienpackung Discounter-Fleisch gegriffen haben. Oder aber wir begreifen die gemeinsamen Überzeugungen zum Umgang mit unserer Umwelt als Chance – als Chance, mit Information und Bildung dem Willen zu nachhaltigem Handeln jedes und jeder Einzelnen von uns Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen.

Wie können wir die Menschen im DPV am besten erreichen?

Nun sind wir als DPV ein Dachverband und von den vielen Tausend Mitgliedern unserer Bünde ziemlich weit entfernt. Das ist für uns als Arbeitskreis ein Grund mehr, unsere Impulse an die Multiplikatoren*innen möglichst handfest und zum nachmachen zu geben.

Wo kann ich mich weiter über DPV 3000 informieren?

Auf der Homepage vom DPV findest du aktuelle Informationen Rund um unseren Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit. Und wenn du direkt Kontakt mit dem Arbeitskreis aufnehmen möchtest, melde dich einfach bei Matze (matze’at’dpvonline.de).