Eine Vision für eine nachhaltige Zukunft: DPV 3000!

„Nachhaltigkeit soll im DPV zu einem zentralen Thema werden!“ Die Bundesführer*innen erarbeiteten mit dem neuen Vorstand auf der Zukunftswerkstatt im März 2017 eine Richtung für die gemeinsame Arbeit der nächsten Jahre: Nachhaltigkeit sollte ins Zentrum der Zusammenarbeit im DPV gerückt werden. Seit dem hat sich schon einiges getan. Unter dem vorläufigen Namen „DPV goes green“ gründete sich ein Arbeitskreis, der sich im Juni im Seminarhaus in Wolfshausen bei Marburg nun bereits zum zweiten Mal traf.

Anders als bei der Planung von zum Beispiel Fahrten oder Lagern, in der wir Pfadfinder*innen doch auf einige Routinen zurückgreifen können, stellten sich uns bei der Beschäftigung mit Nachhaltigkeit erstmal einige grundsätzliche Fragen.

Wir fingen also ganz am Anfang an: Was bedeutet eigentlich der Begriff Nachhaltigkeit für uns? Schon bei unserer ersten Frage stellten wir fest, dass wir mit unseren Überlegungen nah an der gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung waren: Für den Begriff gibt es auch unter Experten keine einheitliche Definition. Uns wurde bewusst, dass wir mit dem bisherigen Namen des Arbeitskreises „DPV goes green“ nur einen Bereich eines komplexen Themas beleuchteten. Wir entschieden uns daher, das Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung als Grundlage für unseren Arbeitskreis zu nutzen. Das Modell geht davon aus, dass es drei eng miteinander in Beziehung stehende Bereiche (oder eben „Säulen“) von nachhaltiger Entwicklung gibt: Ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit.

Von Felix Müller – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36374337

Wie aktuell die Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung auf diesen drei Ebenen ist, unterstrichen die Vereinten Nationen, die 2015 einstimmig ihre 17 „Sustainable Development Goals“ (kurz: SDGs; dt. Nachhaltikeitsentwicklungsziele) beschlossen. Zu geringe Ambitionen kann man dieser – völkerrechtlich jedoch nicht bindenden – Absichtserklärung nicht unterstellen. So soll es bis 2030 weltweit keine extreme Armut und Mangelernährung mehr geben, eine inklusive Entwicklung in Ökonomie und Gesellschaft mit einem nachhaltigen Konsumverhalten soll gewährleistet und dringende Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel sollen umgesetzt werden. Nicht erst wenn ein US-Präsident den Ausstieg aus dem weltweiten Klimaschutzabkommen erklärt oder das Kraftfahrt-Bundesamt per Brief 1,5 Millionen Fahrer*innen von Dieselautos dazu aufruft ihre Wagen zu verschrotten und dafür neue zu kaufen, anstatt sie nachzurüsten und noch viele Jahre weiterzunutzen, wird deutlich, dass die Erreichung einer tatsächlich nachhaltigen Entwicklung nicht durch Entscheidungen auf höchster Ebene erreichbar ist, sondern bei jedem*r Einzelnen anfängt.

Was ist unsere Vision? DPV 3000!

Klima-Experten werden nicht müde, über die Medien immer wieder die dramatischen Folgen auszumalen, die der Klimawandel haben wird, wenn wir nicht bald aktiv werden. Solche Voraussagen rütteln natürlich wach – zumal sie durchaus realistisch sein könnten. Das Problem an ihnen ist jedoch: Sie sind so groß, dass ein einzelner Mensch oft nicht weiß, wo er alleine anfangen soll. Und sie sind so dramatisch und einschüchternd, dass der Mensch sie lieber verdrängt, als sich mit Alternativen für das eigene Handeln zu beschäftigen. Dabei ist es gerade das Handeln jedes einzelnen Menschen, das über unsere Zukunft entscheidet. Aber eine Vorstellung von Zielen in der Zukunft brauchen wir, um eine Richtung für die nächsten Schritte zu wählen. Wir stellen den dystopischen Szenarien deshalb unsere Vision von einem Verbandsjubiläum im Jahr 3000 gegenüber. Was können wir als Pfadfinder*innen heute dazu beitragen, damit auch in ferner Zukunft die Kinder und Jugendlichen als freie und gesunde Menschen in einer vielfältigen und wilden Natur Abenteuer auf Fahrt und Lager erleben können? Diese Vision haben wir als Leitgedanken zum Namen unseres Arbeitskreises gemacht: Mit verantwortungsbewusstem Handeln werden wir zu einflussreichen Akteuren für eine nachhaltige Zukunft.

Was können wir als DPV also zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen? Bildung für nachhaltige Entwicklung anbieten! Der rücksichtsvolle und verantwortungsbewusste Umgang mit der (sozialen und ökologischen) Umwelt und das Engagement für die Gestaltung von Gemeinschaften sind Grundpfeiler des Pfadfinder*inseins. Entweder könnte man an dieser Stelle anfangen zu hinterfragen, wie gut oder konsequent wir diese Grundpfeiler eigentlich in unserem Pfadileben umsetzen und in unser Leben abseits der Pfadfinder übertragen – wenn wir zum Beispiel mit dem Billigflieger nach Südosteuropa auf Großfahrt fliegen, weil dort die Preise so schön niedrig sind oder wenn wir für’s Grillen mit Freunden doch mal wieder zur Familienpackung Discounter-Fleisch gegriffen haben. Oder aber wir begreifen die gemeinsamen Überzeugungen zum Umgang mit unserer Umwelt als Chance – als Chance, mit Information und Bildung dem Willen zu nachhaltigem Handeln jedes und jeder Einzelnen von uns Möglichkeiten und Wege aufzuzeigen.

Wie können wir die Menschen im DPV am besten erreichen?

Nun sind wir als DPV ein Dachverband und von den vielen Tausend Mitgliedern unserer Bünde ziemlich weit entfernt. Das ist für uns als Arbeitskreis ein Grund mehr, unsere Impulse an die Multiplikatoren*innen möglichst handfest und zum nachmachen zu geben.

Wo kann ich mich weiter über DPV 3000 informieren?

Auf der Homepage vom DPV findest du aktuelle Informationen Rund um unseren Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit. Und wenn du direkt Kontakt mit dem Arbeitskreis aufnehmen möchtest, melde dich einfach bei Matze (matze’at’dpvonline.de).